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Gesundheit

Mittwoch, 23. Mai 2012

Spitalaufenthalt - ein Horror-Trip

Sonia Seymour Mikich, Monitor-Moderatorin, berichtet von ihren grausigen Erlebnissen im Krankenhaus. Geplant war ein kleiner Eingriff, Routine, doch das System hat seine eigenen Abläufe, Abläufe, die, wenn sie strikt eingehalten werden, unweigerlich zum Tode führen.
Unbedingt lesen, ehe Sie die Managed-Care-Vorlage annehmen oder Fallpauschalen zustimmen.

Donnerstag, 22. März 2012

Keine Zuhälterei in der ärztlichen Versorgung

Der Bundesrat versucht den Stimmbürgern mit allen Mitteln der Überredungskunst die "Managed Care"-Vorlage schmackhaft zu machen. Wir aber sind gegen die Zuhälterei in der medizinischen Versorgung.
Managed-Care-Netze bieten den Patienten nur Nachteile: sie dürfen den Spezialarzt nicht mehr selber aussuchen, sondern kriegen vom "Hausarzt", der die Rolle des Zuhälters übernimmt, einen Spezialarzt zugewiesen. Als Zückerchen redet der Bundesrat von tieferen Krankenkassen-Prämien für all jene, die sich dem Managed-Care-Netz unterwerfen. Das Versprechen wird sich in Luft auflösen: Wenn ein Arzt als Zuhälter für Spezialärzte fungiert, muss er für diese Zuhälterdienste bezahlt werden. Dass verteuert jede Krankheit. Nehmen wir mal eine Mittelohrenentzündung. Heute kann jeder den HNO aufsuchen, den er will; mit Managed Care muss er zuerst den Hausarzt aufsuchen, damit ihm der den Spezialisten zuhält. Für jeden, der logisch denken kann, ist klar, dass die Konsultationen der beiden Ärzte mehr Kosten verursachen, als der direkte Besuch beim HNO.

Donnerstag, 15. März 2012

Mehr Tote durch Magen-Darm-Entzündungen

Die Zahl der Menschen, die an einer Magen-Darm-Entzündung gestorben sind, hat sich in den USA von 1999 bis 2007 mehr als verdoppelt. Auslöser dieser tödlichen Entzündungen des Verdauungssystems waren vor allem Noroviren und Clostridium difficile - eine Bakterienart, die auch in Europa häufig Krankenhausinfektionen verursacht. Die aktuellen Daten ihrer Studie stellten US-Forscher heute auf einer internationalen Konferenz zu Infektionskrankheiten (ICEID) in Atlanta vor.
    „Magen-Darm-Entzündungen sind sehr verbreitet, können aber auch sehr gefährlich werden“, warnt Aron Hall. Der Hauptautor der Studie und Mitarbeiter an den Centers for Disease Control (CDC) hatte Daten des nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistiken der USA ausgewertet. Demnach stieg dort die Zahl der Todesfälle durch Magen-Darm-Entzündungen innerhalb von acht Jahren von 7.000 auf mehr als 17.000 pro Jahr. Vor allem Menschen über 65 waren betroffen, die mehr als 80 Prozent der Toten ausmachten.
    Entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes werden medizinisch „Gastroenteritis“ genannt, im Volksmund auch Magen-Darm-Grippe oder Brechdurchfall. Besonders erschreckend für Hall und seine Kollegen war bei der aktuellen Studie, dass sich die Zahl der Todesfälle durch C. difficile im Beobachtungszeitraum verfünffacht hat. Die Wissenschaftler fordern daher: „Wir brauchen effektivere Maßnahmen, um Magen-Darm-Entzündungen zu verhindern, zu diagnostizieren und zu behandeln – insbesondere für C. difficile und Noroviren bei älteren Menschen.“

Freitag, 2. März 2012

Aminosäuren gegen Depressionen

Depressive leiden häufig an Gedächtnisdefiziten. Dem wollen Forscher aus Schweden entgegenwirken: "Wir konnten Gedächtnisstörungen bei depressiven Ratten heilen, indem wir ihnen die Aminosäure D-Serin verabreicht haben", sagt Mia Lindskog vom Karolinska Institutet Department of Neuroscience. Ob die pharmalogische Therapie auch beim Menschen hilfreich ist, muss noch erforscht werden.
Forscherin Lindskog und ihr Team verwendeten Ratten, die speziell mit einer Disposition für eine Depression gezüchtet wurden. Die depressiven Ratten wurden mit normalen Laborratten verglichen. Die Tests prüften das Gedächtnis der Tiere. Die Forscher untersuchten auch die synaptische Aktivität im Hippocampus der Ratten, einem Teil des Gehirns, der eine wichtige Rolle bei der Erinnerung spielt.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die synaptischen Aktivitäten in den Gehirnen der depressiven Ratten wesentlich höher waren als in der Kontrollgruppe. Allerdings reagierten die Gehirne erkrankter Ratten kaum, wenn die Forscher versuchten, sie über äußere Reize zu stimulieren. Nur wenn den Nagetieren D-Serin verabreicht wurde, verbesserte sich die Gehirnleistung der depressiven Ratten. "D-Serin scheint ein Kandidat für ein neues Medikament zu sein", sagt Lindskog.
Es wäre allen Depressiven zu gönnen, wenn ihre Krankheit auf natürliche Weise bekämpft werden könnte. Die Pharma-Industrie allerdings wird davon nicht sehr angetan sein.

Montag, 27. Februar 2012

Vitamin D hemmt Entzündungen

"Ein Mangel an Vitamin D macht anfälliger für Krankheiten, die mit chronischen Entzündungen verbunden sind. Erstmals konnten amerikanische Mediziner jetzt zeigen, wie das Vitamin eine entzündungshemmende Wirkung entfaltet: Es aktiviert ein Gen in weißen Blutkörperchen und drosselt damit die Produktion zweier Botenstoffe, die Entzündungen auslösen. Das geschieht aber nur bei einem ausreichend hohen Blutspiegel an Vitamin D. Dieser ist also nötig, um eine normale Funktion der Immunzellen zu gewährleisten, berichten die Forscher im „Journal of Immunology”.

„Patienten mit chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Asthma, Arthritis oder Prostatakrebs könnten bei Vitamin D-Mangel davon profitieren, den Blutspiegel des Vitamins auf über 30 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) anzuheben“, sagt Elena Goleva vom National Jewish Health Hospital in Denver. Schätzungen zufolge leiden weltweit eine Milliarde Menschen unter Vitamin D-Mangel, verursacht durch falsche Ernährung oder mangelnde Sonnenbestrahlung der Haut. Dieser oft unbemerkte Zustand schwächt das Immunsystem und verstärkt die Anfälligkeit für chronische Krankheiten.

Goleva und ihre Kollegen untersuchten in Laborexperimenten mit menschlichen weißen Blutkörperchen, wie sich unterschiedliche Konzentrationen des Vitamins auf die Funktion der Immunzellen auswirken. Mit Hilfe von Lipopolysacchariden, die Bestandteil der Bakterienzellwand sind, regten sie die Blutzellen dazu an, die Botenstoffe Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-alpha freizusetzen. Damit simulierten sie den Beginn einer Entzündung. Enthielt das Nährmedium mindestens 30 ng/ml Vitamin D, reagierten die Immunzellen deutlich schwächer.

Durch weitere Untersuchungen fanden die Forscher heraus, wie das Vitamin ein Gen einschaltet, das die Produktion der Botenstoffe verringert und so die Stärke der Entzündungsreaktion abschwächt. Die in den Versuchen eingesetzte Vitamin D-Konzentration entsprach etwa den Blutspiegeln von ausreichend mit dem Vitamin versorgten Menschen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält eine Vitamin D-Aufnahme von 20 Mikrogramm pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen für angemessen. Eine Obergrenze von 50 Mikrogramm sollte nicht überschritten werden. Anzustreben sei ein Vitamin D-Blutspiegel von mindestens 20 ng/ml."
Quelle

Montag, 13. Februar 2012

Ritalin gegen wilde Kinder

In ihrem Ritalin-Bericht behaupten Christiane Hoffmann und Antje Schmelcher, Ritalin sei ein Mittel gegen eine erfundene Krankheit namens ADHS. Es sind die wilden Kinder, die aufmüpfigen, die Störefrede, die immer öfter mit der Diagnose "Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom" versehen und mit Ritalin gefüttert, gefügig, willenlos und abhängig gemacht werden.
    Wenn ein schwieriges Kind für krank erklärt wird, braucht sich niemand verantwortlich zu fühlen: Krankheiten können genetisch veranlagt sein oder Schicksal oder beides. Keiner kann etwas dafür. Nicht der Junge, nicht Eltern, nicht Lehrer, nicht Umstände. Wer krank ist, bekommt Medizin. Eine Pille, die gesund macht. Für die wilden Jungs gibt es eine Pille, die sie still und aufmerksam macht: Ritalin.
Es mag ja durchaus sein, dass Kinder vereinzelt mit Ritalin dauerbehandelt werden müssen, aber gleich im Dutzend billiger müsste Lehrern und Eltern eine Warnung sein. Kletterbäume, Baumhütten, Fußball, Karate - täten es auch.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Physiotherapie statt Schmerztabletten

Physiotherapie ist weder eine Wohlfühlmassage noch ein witzloses, die Krankenkassenprämien steigerndes Unding; Physiotherapie hemmt die Produktion schmerzauslösender Botenstoffe und fördert die Heilung von Muskelverletzungen. Gewusst haben wir das schon lange, doch jetzt ist es wissenschaftlich erwiesen.
    Sie schaltet Gene in den Muskelzellen ein, die Entzündungen drosseln und Schmerzen lindern, konnten kanadische und US-amerikanische Forscher jetzt erstmals nachweisen. Die Behandlung regt außerdem die Produktion von Mitochondrien an, die als Kraftwerke der Zellen helfen, die Muskelfunktion zu verbessern. Insgesamt fördert das den Heilprozess von verletzten Muskelfasern. Die Schmerzlinderung beruht auf demselben Mechanismus, der auch bei der Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin, Ibuprofen oder Diclofenac wirksam ist, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „Science Translational Medicine”.

    „Es ist allgemein bekannt, dass eine Massage gut tut. Jetzt verfügen wir auch über die wissenschaftliche Grundlage dieser Erfahrung“, sagt Simon Melov vom Buck Institute for Research on Aging in Novato. Zusammen mit Mark Tarnopolsky von der McMaster University in Hamilton und Kollegen untersuchte er, welche Reaktionen eine Massage in Muskelzellen auslöst, die zuvor stark beansprucht wurden. Für die Studie strapazierten elf junge Männer ihre Beinmuskeln bis zur Erschöpfung auf einem Fahrradergometer. Dann wurde jeweils ein Bein zehn Minuten massiert, das andere nicht. Vor dem Training und nach der Massage, sowie nach einer Ruhepause von 2,5 Stunden entnahmen die Forscher Gewebeproben von den Oberschenkelmuskeln beider Beine. Die Analyse mit Hilfe von Gen-Chips zeigte, welche Gene die Muskelbehandlung ein- oder ausgeschaltet hatte.

    Das Ergebnis lieferte erstmals eine Erklärung für den bekannten schmerzlindernden Effekt: Die Massage drosselte die Produktion der beiden entzündungsfördernden Botenstoffe Tumor-Nekrose-Faktor-alpha und Interleukin-6. Das hat ähnliche Auswirkungen wie die sogenannten nichtsteroidalen Entzündungshemmer, zu denen die meisten frei verkäuflichen Schmerzmittel gehören. Die Massagebehandlung aktivierte zudem Signalwege in den Muskelzellen, die neue Mitochondrien entstehen ließen. Ein Effekt auf den Milchsäurespiegel, der nach starker Muskelarbeit deutlich ansteigt, war nicht nachweisbar. Diese Resultate, so Tarnopolsky, belegen Wirkungen, von denen nicht nur Sportler, sondern auch Patienten mit Verletzungen des Bewegungsapparats und Menschen mit chronisch entzündlichen Krankheiten profitieren könnten.
Fazit: Gehen sie in die Physio und meiden sie Schmerztabletten - Sie leben länger.
Quelle

Freitag, 27. Januar 2012

Frostschutz in E-Zigaretten

Viele Raucher sind auf E-Zigaretten umgestiegen, weil sie glauben, diese wären gesund. Das allerdings ist falsch; in E-Zigaretten wird Propylenglykol verdampft. Propylenglykol wird normalerweise industriell als Frostschutzmittel eingesetzt. „Die Inhalation von Propylenglykol führte in dieser Untersuchung schon nach fünf Minuten zu einer Einengung der Atemwege“, sagt Michaela Goecke, Leiterin des Suchtreferats bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). „Das kann langfristig dazu führen, dass die inneren Organe nicht mehr genug Sauerstoff bekommen, sich die Herzfrequenz erhöht und Entzündungen im Bereich der Bronchien auftreten.“
[ mehr ]

Sonntag, 11. Dezember 2011

Bakterienverseuchte ICE-Züge

In Deutschland hat man festgestellt, dass die ICE-Züge mit massenweise Bakterien verseucht sind. Unter anderen wurden auch MRSA-Erreger (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) gefunden.
Jetzt fragen wir uns, wie es wohl mit den Schweizer Zügen aussieht? Sind die besser dran, hygienischer - oder laufen die Passagier auch hierzulande Gefahr, sich mit Staphylokokken, die gegen Antibiotika resistent sind, zu infizieren?

Mittwoch, 2. November 2011

Sport gegen Diabetes

Mit Sport und körperlicher Tätigkeit lässt sich die verbreitete Erkrankung Diabetes lindern, da damit die Produktion von Insulin erhöht wird. Basler Forschende sind nun auf den hormonellen Regelkreis gestossen, der für diesen Mechanismus verantwortlich ist. Ihre Forschungsergebnisse werden im renommierten Wissenschaftsmagazin «Nature Medicine» publiziert.
Von Diabetes sind heute weltweit 366 Mio. Menschen betroffen. An dieser Krankheit stirbt alle sieben Sekunden ein Patient, im Jahr sind es 4,6 Mio. Menschen. Diabetes ist bedingt durch eine fortschreitende Abnahme der Insulinproduktion im Körper, die, wenn der Patient übergewichtig ist, wegen des erhöhten Bedarfs nicht mehr ausreicht. Schon länger ist bekannt, dass körperliche Tätigkeit den Diabetes Typ 2, seine häufigste Form, vorbeugen und therapieren kann. Die genauen Mechanismen dazu konnten jetzt erstmals durch die Forschungsgruppe um Prof. Marc Donath von Universität und Universitätsspital Basel beschrieben werden.

sport-gegen-diabetes
Der arbeitende Muskel produziert ein Molekül namens Interleukin-6 (IL-6), dessen Bedeutung bisher jedoch unklar war. Bekannt ist daneben, dass die L-Zellen im Darm ein Hormon produzieren, das sogenannte Glucagon-like-Peptid-1 (GLP-1). Dieses GLP-1 wird durch Mahlzeiten über den Darm stimuliert und regt die Insulinproduktion an.

Die Basler Forschenden konnten nun zeigen, dass auch der Muskel selber direkt das GLP-1 stimuliert, und zwar über IL-6. Zudem wiesen sie nach, dass das IL-6 in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse auch andere Zellen reprogrammiert, nämlich die α-Zellen. Diese stellen dabei von der Produktion von Glucagon, das den Blutzucker erhöht, auf die Produktion von GLP-1 um – was wiederum bewirkt, dass die benachbarten β-Zellen vermehrt Insulin produzieren. Bei körperlicher Tätigkeit wird damit über den IL-6-GLP-1-Hormonkreislauf mehr Insulin hergestellt, sodass der Blutzucker sinkt und der Verlauf des Diabetes günstig beeinflusst wird.

Interessanterweise produziert bei Übergewichtigen das Fettgewebe ebenfalls IL-6, ebenfalls mit dem Ziel, die Insulinproduktion zu steigern, um dem erhöhten Bedarf zu genügen. Bei gewissen Patienten reicht dies aber nicht aus, und es kommt zu Diabetes. In diesen Fällen kann körperliche Tätigkeit die IL6-Produktion aus dem Muskel unterstützen und dem Diabetes vorbeugen oder ihn lindern, wenn die Erkrankung schon vorliegt.

Der neu entdeckte hormonelle Regelkreis eröffnet verschiedene therapeutische Möglichkeiten für Diabetes, wie die Forscher berichten. So können gezielt Sportinterventionen geplant werden, damit es bei den Patienten zu einer möglichst hohen Produktion von IL-6 kommt.
Nature Medecine, published online october 30, 2011; doi: 10.1038/nm.2513
Quelle Uni Basel

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