In einer Zeit, in der Menschen immer abhängiger von Cholesterin-, Blutdrucksenkern, Psychopharmaka und Antihistaminen werden, darf sich niemand wundern, wenn Fruchtsäfte plötzlich zu den ungesündesten Nahrungsmitteln ernannt werden. Dass Grapefruits für eine Senkung des Cholesterinspiegels sorgen, und vorbeugend gegen Diabetes Mellitus wirken, ist seit längerem bekannt.
Der Saft der Grapefruits reduzierte auch die Wirksamkeit des Antihistamins Fexofenadin. Nur die Hälfte des Wirkstoffs des Präparats gelangte nach einer Einnahme mit einem Glas Fruchtsaft ins Blut. Die Forscher glauben, dass ein Stoff namens Naringin, der den Früchten den bitteren Geschmack verleiht, den Transportmechanismus vom Dünndarm ins Blut blockiert. Insgesamt konnte das Forscherteam mehrere Substanzgruppen finden, bei denen der Fruchtsaft auch zu Problemen geführt hatte: Das Krebsmittel Etoposid, verschiedene Betablocker zur Blutdrucksenkung, das Immunsuppressivum Cyclosporin sowie einige Antibiotika.
"Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs", meint Bailey, der davon ausgeht, dass es noch mehr Präparate gibt, die durch den Fruchtsaft beeinflusst werden. "Das große Problem dabei ist die Tatsache, dass die Medikamente eigentlich bei schweren körperlichen Leiden eingesetzt werden und ihre Wirksamkeit verlieren."
Bei Orangen ist es das Hesperidin, das eine Aufnahme der Medikamente verhindert. Bei Äpfeln ist der genauere chemische Ablauf und die verantwortliche Substanz noch nicht geklärt.
So wird denn empfohlen, bei Medikamenteneinnahme auf Fruchtsäfte zu verzichten.
Quelle - mehr über die Wirkung von Grapefruits