Unsere Bundesanwaltschaft schlägt mal wieder über jeden Strang, der sich ihr in den Weg stellt - so lange, bis sie sich in den Strängen verheddert. Seit fünf Jahren ermittelt die Bundesanwaltschaft
erfolglos gegen den Hells Angel Toni B., der heute im Sterben liegt. Die Bundesstaatsanwältin Lucienne Fauquex lässt sich nicht einmal von einem Gutachten des rechtsmedizinischen Instituts überzeugen - sie ermittelt in ihrer Erfolglosigkeit weiter und schon Toni B. in keiner Art und Weise. Nach unseren Ansichten wird sie von Rachegelüsten oder schlimmer noch von Langeweile getrieben, sonst ließe sie sich nicht zu dieser Aussage «Verhandlungsunfähigkeit führt grundsätzlich nicht zur Einstellung eines Verfahrens.» hinreißen.
Doch wie dem auch sein mag: endlich
erbarmt sich ein SVP-Politiker Toni B.s. Der SVP-Nationalrat J. Alexander Baumann wird
jetzt mit einer Interpellation bei Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf vorstellig. Unter anderem will der als sicherheitspolitischer Hardliner bekannte Politiker wissen: «Wie kommt die Bundesanwaltschaft dazu, öffentlich eine unsinnige rechtliche Stellungnahme abzugeben?» Und vor allem interessiert Baumann: «Wie kann die Bundesanwaltschaft dazu bewegt werden, die quälerische Menschenrechtsverletzung noch zu Lebzeiten des Angeschuldigten abzustellen.» Seltsam, dass den Sozialisten. die sich angeblich immer um die Einhaltung der Menschenrechte sorgen, noch nie eingefallen ist, dass ein Hells Angel auch ein Mensch ist, für den man sich einsetzen sollte...