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KI

Samstag, 5. Juli 2008

Menschliche Maschinen?

Im Rahmen "der Studien zur nächsten Gesellschaft" steht Prof. Dr. Dirk Baecker, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie und -analyse an der Zeppelin- Universität in Friedrichshafen, Red und Antwort zur künstlichen Intelligenz.

Mittwoch, 10. Januar 2007

KI revolutioniert Wetterprognosen

In einer Forschungskooperation des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Wien mit der Firma Sun Microsystems und dem Austro Control Flugwetterdienst wurde erstmals ein neuartiges Analyseverfahren entwickelt, das eine Kürzestfristvorhersage von Wetterlagen ermöglicht. "Da nicht überall Windmesser aufgestellt werden können und meteorologische Beobachtungsdaten somit sehr rasch an Aktualität verlieren, ermöglicht das neue Verfahren vor allem für die Luftfahrt Wettervorhersagen in Echtzeit", erklärt Markus Kerschbaum, Leiter der Entwicklungsabteilung der Flugmeteorologischen Abteilung der Austro Control.
Meteorologische Beobachtungsdaten bringen immer dann den größten Nutzen, wenn diese möglichst ohne Zeitverzögerung für die Diagnose und kurzfristige Prognose der Wetterlagen zur Verfügung stehen. "Vor dieser Problemstellung entwickeln wir mit unseren Partnern derzeit ein System, das diese Mängel behebt und Datenlücken sinnvoll auffüllt, sich robust gegenüber Fehlern erweist und alle nötigen Informationen sofort verfügbar macht", meint der Experte. Die bereits seit einigen Jahren im Entwicklungsstadium befindliche Methode für Kürzestfristvorhersage (Nowcasting) und Modellüberprüfung (Validierung) namens "Vienna Enhanced Resolution Analysis" (VERA) basiert auf der Miteinbeziehung unterschiedlicher Untergrundprofile, durch die eine Beeinflussung der Atmosphäre hervorgerufen wird. "Das intelligent und äußerst präzise arbeitende System ermöglicht somit hochwertige meteorologische Analysen auch ohne, dass ein aufwendiges Prognosemodell erstellt wird", so Kerschbaum.
Getestet wird das System bereits in der Praxis durch den Austro Control Flugwetterdienst, der für die Luftfahrt teilweise VERA-Produkte in Anspruch nimmt. Dies erscheint sinnvoll, da Kerschmann die Rentabilität der Entwicklungen in den Vordergrund rückt: "Schon eine Minute Verspätung eines Fliegers kostet die Fluggesellschaft rund 80 Euro, so dass sich das Produkt allein von dieser Kosten-Nutzen-Rechnung betrachtet mit Sicherheit auszahlen wird." In der auf vorerst drei Jahre beschränkten Kooperation stellt Sun Microsystems mit seinen Servern und Workstations ein technisch hoch entwickeltes System zur Verfügung. Das von den drei Kooperationspartnern gegründete Center of Exellence für Meteorologische Analyse und Nowcasting (COE-MAN) soll in der vorgegebenen Projektdauer ein marktfähiges Software-Paket entwickeln.
ptat

Freitag, 8. September 2006

KI-Beschleunigerchip für PC-Spiele

Aiseek arbeitet an einem Beschleunigerchip für KI-Berechnungen in Computerspielen. Der Intia-Prozessor soll Low-Level-Aufgaben von computergesteuerten Charakteren (NPCs) deutlich schneller berechnen als herkömmliche CPUs. Dazu gehören beispielweise Wegfindungsroutinen. Laut Aiseek könne der Initia-Prozessor 100 Wegpunkte (Nodes) in nur 10 µs berechnen und sei damit 100- bis 200-mal schneller als normale Hauptprozessoren. Die NPCs könnten auch das Terrain schneller analysieren und wichtige Kontrollpunkte besser erreichen. Ebenso beschleunige der Intia-Prozessor Sichtlinienberechnungen, die für die sensorischen Fähigkeiten von NPCs eine grosse Rolle spielen. Der Chip könne sämtliche Sichtlinien zwischen zwei Gruppen mit jeweils 512 Charakteren in nur 0,02 Sekunden berechnen.
[ mehr ]

Freitag, 21. Juli 2006

Interview mit Marvin Minsky

Ein aufschlussreiches Interview mit der MIT-Ikone Marvin Minsky über aktuelle Forschungsansätze der künstlichen Intelligenz (KI) - und warum er glaubt, dass seine Kollegen über Jahre in die falsche Richtung dachten.

Freitag, 14. Juli 2006

Zu 50 Jahre Künstliche Intelligenz

Prominente Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz versammelten sich diese Woche auf dem Monte Verità. Vor 50 Jahren war diese Disziplin begründet worden.
S. B. «Der Monte Verità ist eine Schule für höheres Leben, eine Stätte für Entwicklung und Sammlung erweiterter Erkenntnisse und erweiterten Bewusstseins, befruchtet vom Sonnenstrahl des Allwillens», so beschrieb Ida Hofmann zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts den Rebberg oberhalb von Ascona, auf dem sie mit Freunden ein vegetarisches Sanatorium eröffnet hatte. Hier sollte die Menschheit an Lichtluftbädern und Nackttänzen gesunden.
Auf dem Monte Verità versammelte sich zu Beginn dieser Woche das, was übrig bleibt von den Menschen, wenn man von einigen Zufälligkeiten ihrer Existenz - Fleisch und Blut - abstrahiert: Petflaschen stolzierten über den Parkettboden, ein hüpfendes Eisengestell verteidigte ein Stück Teppich, daneben marschierte ein Paar Eisenfüsse ohne Oberkörper unentwegt im Kreis. Über einem Unterleib aus Holz, einem Brustkorb aus weissen Plastic-Knochen und einem Gewirr von Elektrokabeln und Bowdenzügen thronte ein Kopf mit einem Kameraauge. Dahinter, hinter durchsichtigen weissen Vorhängen, glänzte im Sonnenlicht der Lago Maggiore.
Goldgräberstimmung
Diese Kreaturen wurden gebaut, um künstliche Intelligenz (KI) zu erforschen. Der Begriff «Artificial Intelligence» wurde vor 50 Jahren geprägt im Zusammenhang mit einer Konferenz, die im Sommer 1956 am Dartmouth College in New Hampshire (USA) stattfand. Die Konferenz war von John McCarthy (Dartmouth College), Marvin Minsky (Harvard University), Nathaniel Rochester (IBM) und Claude Shannon (Bell Laboratories) organisiert worden. Sie wollten sich zusammen mit Kollegen - Allen Newell beispielsweise und Herbert Simon - mit der Frage beschäftigen, wie Intelligenz mittels Maschinen simuliert werden kann.
Es eröffnete sich ihnen jenseits von Mathematik, Physik, Biologie und Psychologie ein weitläufiges neues Forschungsfeld, sie stiessen auf ein Geflecht von spannenden Fragen, hinter denen sie Erkenntnisse vermuteten, die sowohl die Computerwissenschaft wie auch die Humanwissenschaften revolutionieren könnten. Bald schlossen sich ihnen rund um die Welt an Universitäten und privaten Forschungsstätten Hunderte von Wissenschaftern an. Es herrschte Goldgräberstimmung, es schien, als ob es kein Problem gäbe, das nicht mit KI im Rahmen eines Sommerkurses zu lösen wäre. Computer sollten geheime russische Dokumente auf Englisch übersetzen und zusammenfassen, Computer sollten Ölfelder explorieren, Krankheiten diagnostizieren, Börsengewinne realisieren.
Gipfeltreffen
Auf dem Monte Verità im Centro Stefano Franscini, dem Konferenzzentrum der ETH Zürich, versammelten sich diese Woche einige der berühmtesten KI-Forscher der Welt. Eingeladen hatte Rolf Pfeifer, Leiter des Artificial Intelligence Laboratory der Universität Zürich. Gekommen waren unter anderem Cynthia Breazeal (MIT Media Lab), Rodney Brooks (MIT Computer Science and Artificial Intelligence Lab), Akio Ishiguro (Tohoku University), Owen Holland (University of Essex), Nils Nilsson (Stanford University) und Luc Steels (Sony).
Beim «50th Anniversary Summit of Artificial Intelligence» auf dem Monte Verità ging es nicht nur darum, ein Jubiläum zu feiern, sich auf die Schultern zu klopfen, alte Freundschaften zu pflegen und die Gläser immer voll zu halten. Es sollten auch Fehler der Vergangenheit zur Sprache kommen, und es sollte das Paradigma einer «neuen KI» breiter abgestützt werden. Die Vorstellung, dass intelligentes Verhalten eine Rechenaufgabe sei, bei der eine Zentraleinheit Symbole oder Regeln, die die Aussenwelt abbilden, manipuliert, diese Vorstellung ist typisch für die «good old fashioned AI» (GOFAI). Es hat sich aber in jüngster Zeit ein neues Paradigma durchgesetzt, das davon ausgeht, dass Intelligenz nicht verstanden werden kann, wenn man den Körper, an den sie gebunden ist, ausser acht lässt. Wichtige Vertreter dieser «new AI» sind Pfeifer und Brooks. «Intelligenz ist körperlich», sagt Pfeifer, «und um sie zu verstehen, hilft es, Roboter zu bauen. Aber ich will nicht einfach die Natur nachbauen, ich will die Prinzipien verstehen, die dahinterstecken.»
Künstliches Bewusstsein
Nils Nilsson, einer der Gründerväter der KI, verglich in seinem Eröffnungsreferat den Weg, den er und andere Wissenschafter in den vergangenen 50 Jahren beschritten haben, mit einer Bergtour. Das Ziel: «human-level artificial intelligence» - KI, die mit menschlicher Intelligenz vergleichbar ist. Am Anfang, im Basislager, habe man geglaubt, der Gipfel sei zum Greifen nah. Doch je länger die Wanderung dauerte, desto mehr entfernte sich das Ziel. Doch nach wie vor hält Nilsson an der ursprünglichen Vision fest: Es gelte den Gipfel zu bezwingen, nur schon deshalb, weil es ihn gebe.
Rodney Brooks plädierte für ein evolutionäres Vorgehen: «Heute einen Wurm, morgen den Menschen». Owen Holland verschmähte den Ohrwurm. «Lasst uns direkt auf den Menschen losgehen», forderte er. «Wir Menschen sind der Beweis, dass es Intelligenz gibt. Lasst uns Intelligenz bauen. Was überhaupt ist Intelligenz? Es ist Voraussage, Voraussage, Voraussage. Wie kommen Voraussagen zustande? Durch modellbasierte Simulation. Was muss modelliert werden? Unsere Körper, die Welt und die Interaktion der Körper mit der Welt. Ist das möglich? 1956 war das nicht möglich, 1996 auch noch nicht, heute könnte es gelingen.»
Während Holland erklärt, wie er mit Mitarbeitern einen Roboter baut, der mit Knochen, Muskeln und Sehnen äusserlich einem Menschen ähnlich sehe, projiziert er auf die Leinwand das Bild einer von Gunther von Hagen präparierten Leiche, die Schach spielt. «Mit KI sollten wir uns nicht zufrieden geben, wir brauchen auch noch künstliches Bewusstsein.» Holland spricht laut und schnell, wie einer, der ein politisches Manifest verliest. Doch das Publikum lässt sich von seiner Unruhe nicht anstecken. Es hat in der Geschichte der KI nicht an hitzigen Diskursen und tumultuösen Debatten gefehlt. Formale Logik, Konnektionismus, neuronale Netzwerke, genetisches Programmieren, Knowledge Engineering, Expertensysteme, statistische Interferenz, Fuzzy Logic - immer wieder neue Slogans versprachen den raschen Erfolg, immer wieder wurden die Hoffnungen enttäuscht.
Das Forschungsprogramm der KI, so sagte Minsky 1967, die Aufgabe, sämtliche intellektuellen Prozesses des Menschen mit Hilfe von Computerprogrammen nachzubilden und künstliche Intelligenz zu erzeugen, dieses Forschungsprogramm lasse sich innerhalb einer Forschergeneration grösstenteils bewältigen. Etwas kleinlaut vertraute er 1982 einem Reporter an: «Das KI-Problem ist eines der schwierigsten Probleme, an die sich die Wissenschaft je herangewagt hat.» In jüngster Zeit macht Minsky seiner Enttäuschung mit verbalen Angriffen auf KI-Forscher Luft: Die KI-Forscher seien Feiglinge, die sich von intellektuellen Modeströmungen mitreissen liessen und die das ursprüngliche Forschungsprogramm aus den Augen verloren hätten.
Für Minsky liegt die Ursache des Scheiterns darin, dass die KI-Forscher vergessen hätten, den Computern auch den gesunden Menschenverstand beizubringen. Einem Computer müsse man erst einmal beibringen, dass man mit einer Schnur etwas ziehen, aber nicht stossen könne. Doch auch diese Forderung einer Neuausrichtung der KI-Forschung ist alt, das Beispiel mit der Schnur findet sich in einem Memo des KI-Labors des Massachusetts Institute of Technology (MIT) aus dem Jahr 1973. Seit 1984 ist ein Forscher namens Doug Lennat, unterstützt von Dutzenden von Mitarbeitern, damit beschäftigt, einen Computer namens Cyc mit Common Sense zu füttern. Cyc - das letzte Aufbäumen der GOFAI - soll mittlerweile 300 000 «Konzepte» kennen wie «Himmel» oder «blau» und rund drei Millionen Verknüpfungen wie die, dass der Himmel blau sein kann. Es seien aber, so vertraute Lennat kürzlich dem «New Scientist» an, erst zwei Prozent des Alltagswissens, das für Intelligenz notwendig sei, beisammen.
Alternativen
Als sich im Sommer 1956 am Dartmouth College eine Gruppe von Physikern und Mathematikern daranmachte, neuartige Computeranwendungen zu entwickeln, nannten sie dieses Gebiet, einem Vorschlag McCarthys folgend, «künstliche Intelligenz». Es waren aber auch noch andere Bezeichnungen vorgeschlagen worden. Newell und Simon hätten «complex information processing» bevorzugt. Es ist gut möglich, dass die Geschichte dieses wissenschaftlichen Unternehmens unter anderen Namen einen anderen Verlauf genommen hätte. «Intelligenz» ist ein schwer zu definierender, vielfältig schillernder Begriff. Es gibt Aufgaben - Gesichter erkennen oder natürliche Sprache verstehen -, die Menschen ohne die geringste intellektuelle Anstrengung meistern, an denen Computer aber auch heute noch scheitern. Umgekehrt gibt es Probleme - lange Zahlenkolonnen manipulieren -, die Computer mit Leichtigkeit erledigen, die aber Menschen Mühe bereiten. Durch die Fixierung auf «Intelligenz», auf eine Besonderheit menschlichen Verhaltens, wurden - so ist zu vermuten - viele Computerwissenschafter zu fruchtlosen Thesen und Theorien verleitet, auf die sie sich im Rahmen eines «complex information processing» nie eingelassen hätten.
Nun benötigen aber viele Programme, die menschliche Intelligenz nachahmen wollen, Algorithmen und Datenstrukturen für das «complex information processing». Und diese Algorithmen und Datenstrukturen sind das Erbe, das 50 Jahre KI hinterlassen haben. Es gibt zwar kein robustes, alltagstaugliches Programm, das natürliche Sprache «verstehen» und auch übersetzen oder zusammenfassen kann; es gibt keine Software, die «sehen» und beispielsweise in einem Zimmer die typischen Einrichtungsgegenstände - Tisch, Stühle, Gestelle - zuverlässig lokalisieren kann. Aber es gibt diese Algorithmen und Datenstrukturen, die heute in Bereichen zum Einsatz kommen, in denen man ihnen ihre Herkunft nicht ansieht.
Den Einfluss der KI auf unser Leben könne man nicht hoch genug einschätzen, sagt Pfeifer. Google beispielsweise sei ohne KI-Forschung undenkbar. Grenzen hätten sich aufgelöst, KI sei selbstverständlicher Teil von anderen Disziplinen geworden. Vieles von dem, was einst KI war, sei heute einfach gute Informatik.
copyright by NZZ, wo solche Artikel immer wieder verschwinden...

Donnerstag, 29. Juni 2006

Blue-Brain-Project

Es will uns nicht loslassen, diese Blue-Brain-Project, bei dem Wissenschafter daran arbeiten, 10.000 verschaltete Neuronen mit 50 Millionen Synapsen in einem Rechner zu simulieren.
Möglicherweise, so war angekündigt worden, gebe es noch 2007 die erste Simulation einer kortikalen Kolumne mit 10.000 Nervenzellen, die biologisch realistisch sei. Was noch fehlt, ist die biologische Exaktheit.
Hm, vorläufig läuft demzufolge noch eine Art Beta-Version...
Interview mit Felix Schürmann

Mit künstlicher Intelligenz gegen Google

Bis jetzt haben viele Suchmaschinen vergeblich versucht, Google das Wasser abzugraben. Accoona.eu versucht es massgeschneidert "auf der Basis künstlicher Intelligenz".
Die Suchmaschinen arbeitet automatisch in den sieben EU-Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch. Dabei kann die Suche auf die drei Gebiete 'web', 'business' und 'news' fokussiert werden.
Warum Accoona dabei bessere Ergebnisse erzielen soll, als die Konkurrenz erklärt Accoona-Präsident Eckhard Pfeiffer - früher CEO bei Compaq - so: "Die künstliche Intelligenz 'versteht' die Bedeutung der Suchbegriffe und geht damit über den herkömmlichen Abgleich mit einem Schlagwort hinaus." Zudem kann bei der Suche nach fünf Schlagworten ein Begriff schwerer gewichtet werden als die anderen.
Accoona Corporation hat ihre Suchmaschine bereits in den USA und China gestartet. Das Portal arbeitet unter anderem mit Euronews, Fast Search and Transfer, der Acapela Group und Yahoo zusammen.
Ausprobieren?

Sonntag, 18. Juni 2006

Künstliche Intelligenz als Prozess

Künstliche Intelligenz lebt vom Wissensaustausch. Wer sich mit einem intelligenten Sehsystem auseinandersetzen will, kann ohne die Erkenntnisse aus Biologie, Psychologie, Neurobiologie und anderen Disziplinen kein positives Resultat erziehlen.
Künstliche Intelligenz ist auch schwer zu beschreiben, denn "wenn Künstliche Intelligenz schliesslich funktioniert, dann wird es nicht mehr KI genannt. Dann nennen wir es Informatik, weil wir es verstehen." Professor Wilfried Brauer (TU München / Universität Bremen) übersetzt KI deshalb auch als "Künftige Informatik".

Sonntag, 30. April 2006

KI beim Puzzlen

Im Themenpark des Volkswagen-Konzerns beraten seit dieser Woche zwei virtuelle Assistenten die Besucher beim Zusammenbau eines Automodells. Bei der Installation "Virtuelle Konstruktionsassistenten" wählt der Besucher aus zehn Autoteilen bis zu fünf aus, um daraus sein Wunschauto zusammenzusetzen. Die beiden Charaktere "Jara" und "Taron" achten darauf, dass bei dem 3D-Puzzle eine von 30 sinnvollen Kombinationen entsteht und nicht etwa das Heck ganz vorne landet oder gar kein Fahrer Platz findet.
Die beiden "Berater" sind am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken, Kaiserslautern und Bremen entstanden.
Wunderbar, dass das Wunder der Technik auch in Europa Einzug hält. Vielleicht kann dadurch die Technikfeindlichkeit abgebaut werden.

Donnerstag, 22. September 2005

Grenzen der künstlichen Intelligenz?

Gespräche mit virtuellen und intelligenten Computerprogrammen sind kaum noch von Dialogen mit Menschen zu unterscheiden. Der britische Mathematiker Alan Turing hatte in den 50er Jahren postuliert, dass eine Maschine dann intelligent sei, wenn sich ein Gespräch mit ihr nicht mehr von einem Gespräch mit einem Menschen unterscheiden liesse. Zur Verleihung des mit 100.000 USDollar dotierten Loebner-Preises, werden seit 1991 Dialoge von Testern Dialoge mit sogenannten 'Chatbots' geführt. Chat steht für plaudern und bot für Roboter. "Die Tester wissen dabei nicht, ob ihr Gegenpart aus Fleisch und Blut oder aus Silizium ist. Insgesamt gilt es, drei von zehn Juroren glauben zu lassen, sie hätten sich tatsächlich mit einem Menschen unterhalten", berichtet die Welt. Mehr als eine Million verschiedene Antworten habe mancher der Chatbots parat.
"Sie analysieren Sätze nach ihrem Aufbau, suchen nach Schlüsselwörtern und Wortmustern. Sie können sich merken, ob ein Tester ein Thema schon einmal behandelt hat und verweisen darauf, stellen Verbindungen zu neuen Komplexen her", so die Welt weiter. Sie können beleidigt oder erfreut reagieren und die besten haben eine eigene Persönlichkeit mit Herkunft und Lebenslauf. So gibt es einen Chatbot, der sich als Barkeeper ausgibt und alles über Hamster weiss, oder einen Ausserirdischen, der auf der Erde gestrandet ist und die Wunder des Universums kennt.
Das Entzaubern der Chatbots würde den Testern leicht fallen, wenn sie ihnen Wissensfragen stellten, zum Beispiel: Wie hoch ist der Kilimandscharo? Komme die Antwort prompt und exakt, ist es wahrscheinlich ein Chatbot. "Der Euphorie über Künstliche Intelligenz bei den Chatbots folgt die ernüchternde Erkenntnis, dass diese nur so gut sind, wie der Fundus an Frage- und Antwortenpaaren, mit dem Sie gefüttert wurden", betont Bernhard Steimel, Sprecher der Voice Business.
Ob der Traum von der humanoiden Maschine überhaupt realistisch oder erstrebenswert sei, bezweifelt Peter Krieg, Dokumentarfilmer und Autor des Buches 'Die paranoide Maschine': "Was wir keinesfalls erwarten oder gar wünschen sollten, sind intelligente Computer, die uns das Denken und alle Entscheidungen abnehmen". Selbst die radikalsten Protagonisten der Künstlichen Intelligenz müssten zugeben, dass man in der Forschung noch weit von intelligenten Maschinen entfernt sei. "Noch fehlt der Saft, der den intelligenten Computer vom heutigen Schnellrechner trennt", so Krieg. Das Problem liege nicht an der Rechnerleistung, sondern an der Dialogfähigkeit. "Jemanden, der stumm und folgsam seine Anweisungen zu befolgen hat, ohne eigene Entscheidungen zu fällen, nannte man früher einen Knecht. In diesem Sinn sind unsere Computer dumme, aber fleißige und überaus pedantische Rechenknechte", bemängelt Krieg.
"Tatsächlich ist das Verständnis' der Sprachcomputer auf Grammatiken und Wortschatz beschränkt, den man ihnen vorher beigebracht hat. Nutzerbefragungen am lebenden Objekt stellen immer wieder unter Beweis, dass es ein tödlicher Fehler ist, wenn sich die Maschine als solche nicht zu erkennen gibt," kritisiert Steimel.
Im übrigen weisen Dialog-Designer darauf hin, dass der Benutzer beim Sprechen mit Computern automatisch sein Sprachregister, seine eingesetzten Sprachbefehle reduziere, wie beispielsweise beim Sprechen mit Tieren. "Eine Parallele zum Menschen gibt es jedoch bei Chatbots und automatischen Sprachsystemen: Sie lernen ständig durch die Interaktion mit dem Nutzer hinzu. Das tun sie allerdings nicht selbst, sondern ähnlich wie beim Wizard-Oz müssen auch hier Menschen im Hintergrund die Maschine schlauer machen", weiß Steimel. Das Beispiel der Chatbots zeige eine interessante Perspektive für den kombinierten Einsatz mit Sprachcomputern etwa in Infotainment-Diensten auf. Initiativen wie das Skype Voice Service Programm von Skype könnten dazu führen, dass man demnächst auch per Telefon über das Internet Protokoll mit einem Chatbot nicht nur per Maus und Tastatur plaudern könne. "Es wird interessant sein zu hören, welchen Stimm-Charakter' die künstlichen Agenten erhalten und damit mehr Persönlichkeit und Taktgefühl gewinnen, als sich mit Icons ausdrücken lässt", so Steimel abschliessend.

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anaximander - 5. Dez, 12:10
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anaximander - 5. Dez, 12:02
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anaximander - 5. Dez, 07:56
Größte Christenverfolgung...
Weltweit werden 250 Millionen Christen verfolgt. Jeder...
anaximander - 5. Dez, 07:56
Das war vor einem Jahr
Das Ende der Konkordanz wurde schon im letzten Jahr...
rodino - 5. Dez, 06:45
Das Ende der Konkordanz
Die Natels der Parlamentarier laufen heiß. Egerszegi...
anaximander - 4. Dez, 23:30
Wo?
Ich trage einen Hut - es regnet
anaximander - 4. Dez, 23:26
Zeit für
eine Revolution? - Eigentlich schon, wenn man bedenkt,...
anaximander - 4. Dez, 23:25
Aber bitte nur mit Kopftuch...
Aber bitte nur mit Kopftuch auftreten.
Gris-Gris - 4. Dez, 23:24
Yep, es
ist entsetzlich, wie Forschungsgelder verschleudert...
anaximander - 4. Dez, 23:23
Und morgen gibt es dann
Buttermarken, Brotmarken, Fleischmarken, Fernsehgutscheine,...
Gilbert-rgbm - 4. Dez, 22:58
Der war auch vorher schon...
Das Buch von Benz/Bermann, Vorurteil und Völkermord,...
Gilbert-rgbm - 4. Dez, 22:50
Ich bin doch
immer auf der Seite der Schwächeren...
anaximander - 4. Dez, 22:28

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