Kalte Kernfusion gelungen?
Wenn sie denn gelungen sein sollte, grenzte es an ein Wunder - und widerspräche allen wissenschaftlich begründeten Erwartungen. Was bislang noch keinem Physiker gelungen ist, will nun ein japanischer Professor geschafft haben: die kalte Kernfusion. In der Welt der Kernphysiker wird bezweifelt, dass die kalte Fusion überhaupt möglich ist..."Vergangene Woche lud Arata 60 Gäste, darunter Wissenschaftler und Reporter der wichtigsten japanischen Medien, zum öffentlichen Experiment ein. Bei Zimmertemperatur leiteten Arata und seine Mitarbeiter gasförmiges Deuterium, also schweren Wasserstoff, unter Druck in eine Reaktionszelle, die eine Mischung aus Palladium und Zirkondioxid enthielt. In dieser Mixtur hat nach Meinung Aratas eine Kernfusion stattgefunden, bei der angeblich jeweils zwei Deuteriumatome zu einem Heliumatom verschmolzen sind. Dies schließt der Forscher aus Temperaturmessungen.
Nachdem die Forscher die Gaszufuhr gestoppt hatten, blieb die Temperatur innerhalb des Behälters mehr als 50 Stunden lang höher als an dessen Oberfläche. Dies sei auf die Fusion der Deuteriumkerne zurückzuführen, bei der Energie freigesetzt werde, so Arata. Eine schlüssige Theorie kann der Wissenschaftler allerdings nicht vorlegen.
Gerade an diesem Punkt entzündet sich die Kritik an Arata: "Solange sich an den Grundprinzipien der Physik nichts ändert, kann eine kalte Fusion nicht funktionieren", sagte Stefan Bosch vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Jegliche quantenmechanische Berechnungen hätten ergeben, dass die kalte Fusion nicht möglich sei. Etwas vorsichtiger formuliert Bernold Feuerstein vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg seine Skepsis. Man müsse eine Wiederholung des Experiments von Arata in mehreren unabhängigen Labors und weitere theoretische Studien abwarten.
Diese Bewährungsprobe steht den japanischen Forschern jetzt bevor: die Wiederholung des Experiments durch unabhängige Forscher. "Tja, zur fehlenden "schlüssigen Theorie" ist einiges zu sagen. Da ist einmal die Phantasie, die jeder Theorie davonläuft, dann der Versuch, der aufgrund von Spekulationen, herrührend aus dem Gebäude, das die Phantasie hervorgebracht hat... Und erst jetzt, im Nachhinein, kann die "schlüssige Theorie" begründet werden. - Es ist schon klar, die theoretische Physik will dem Versuch vorauseilen. Doch das führt konsequenterweise dazu, dass es kaum mehr Fortschritt gibt...
Wie auch immer: es wäre ein Segen für die Menschheit, wenn sich herausstellen sollte, dass die kalte Kernfusion gelungen ist. Auch ohne Theorie...
Zum Artikel
Nachdem die Forscher die Gaszufuhr gestoppt hatten, blieb die Temperatur innerhalb des Behälters mehr als 50 Stunden lang höher als an dessen Oberfläche. Dies sei auf die Fusion der Deuteriumkerne zurückzuführen, bei der Energie freigesetzt werde, so Arata. Eine schlüssige Theorie kann der Wissenschaftler allerdings nicht vorlegen.
Gerade an diesem Punkt entzündet sich die Kritik an Arata: "Solange sich an den Grundprinzipien der Physik nichts ändert, kann eine kalte Fusion nicht funktionieren", sagte Stefan Bosch vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Jegliche quantenmechanische Berechnungen hätten ergeben, dass die kalte Fusion nicht möglich sei. Etwas vorsichtiger formuliert Bernold Feuerstein vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg seine Skepsis. Man müsse eine Wiederholung des Experiments von Arata in mehreren unabhängigen Labors und weitere theoretische Studien abwarten.
Diese Bewährungsprobe steht den japanischen Forschern jetzt bevor: die Wiederholung des Experiments durch unabhängige Forscher. "Tja, zur fehlenden "schlüssigen Theorie" ist einiges zu sagen. Da ist einmal die Phantasie, die jeder Theorie davonläuft, dann der Versuch, der aufgrund von Spekulationen, herrührend aus dem Gebäude, das die Phantasie hervorgebracht hat... Und erst jetzt, im Nachhinein, kann die "schlüssige Theorie" begründet werden. - Es ist schon klar, die theoretische Physik will dem Versuch vorauseilen. Doch das führt konsequenterweise dazu, dass es kaum mehr Fortschritt gibt...
Wie auch immer: es wäre ein Segen für die Menschheit, wenn sich herausstellen sollte, dass die kalte Kernfusion gelungen ist. Auch ohne Theorie...
Zum Artikel
anaximander - Sa, 31.05.2008 16:47 - Kommentar verfassen
- 0 Trackbacks - 9 Kommentare
- Mehr zum Thema Kernfusion











Der Multi-Milliarden Euro teure Kernfusionsreaktor
Mit der Unterzeichnung des weltgrössten Forschungsabkommens bringen die Trägerländer den Kernfusionsreaktor Iter auf den Weg. Die neue Energiequelle soll sicher und klimaneutral werden.









