Der Psychologe Samuel Althof, der zum Extremismus-Experten hochstilisiert wird, sieht im Überfall der Linksextremen auf Hans Fehr Parallelen zur Entführung und Ermordung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer durch die Rote Armee Fraktion von 1977. Für Althof
ist klar, dass Politik, Behörden und Medien den Linksextremismus zu lange nicht als undemokratisch und gewalttätig wahrgenommen hat. Man habe, wenn überhaupt, immer nur von "Chaoten" oder dem "Schwarzer Block" geredet und die Dinge nicht beim Namen genannt.
«Da wird von ‹territorialer Kontrolle› geschrieben, von ‹revolutionärer Gegenmacht›, ‹Kampffront› und ‹systemsprengendem Potenzial›», sagt Althof. «Das ist Kriegsrhetorik.» Dass der «Revolutionäre Aufbau» das System sprengen wolle, habe sich mit der Detonation einer Art symbolischen Bombe am WEF gezeigt. «Der Anschlag geschah zwar auf einer dilettantischen Ebene», sagt Althof. «Doch wie bei einem Amoklauf kann die Tatsache, dass dieser gedacht und geschrieben wird, die Vorstufe zur Tat sein.»
Alhofs Vorwürfe an die SP sind happig; er weiss das und weil er das weiss, wirft er der SVP - wie könnte es auch anders sein - eine Verrohung der politischen Sprache vor, damit ihm niemand vorwerfen kann, svp-freundlich zu sein.
Die SP nämlich, das ist den Statements der Genossen zu entnehmen, können Althaus' Einschätzungen nicht verstehen.