Vernichtungsversuch an Christian Kracht
Hubert Spiegel ist der Ansicht, dass der Spiegel-Autor Georg Diez versucht, Christian Kracht zu vernichten, indem er ihn in die rechte Ecke stellt und den Neonazis zurechnet.
- Man stelle sich vor, ein Schweizer Schriftsteller schriebe den folgenden Satz: «Ein Jude, eine Frau und ein Schwarzer, das ist die Schweiz, das ist die neue Welt.» Was würde passieren? Aufschrei, Empörung, Skandal? Vermutlich. Denn nicht wenige Leser würden denken, hier ziehe ein antisemitischer frauenfeindlicher Rassist hohnlachend vom Leder.
Der zitierte Satz stammt tatsächlich von einem Schweizer Schriftsteller. Er findet sich in Christian Krachts Roman «Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten», der vor vier Jahren erschien. Aber niemand nahm Anstoss, niemand schrie auf. Denn im Roman kommt der Satz aus dem Munde eines Juden, der gerade mit der schwarzen Hauptfigur des Romans über die eigene Ehefrau spricht.
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Der Spiegel räumt seinem Autor Georg Diez vier Seiten ein, viel Platz für eine Rezension. Aber es geht gar nicht um Literaturkritik, sondern um einen veritablen Vernichtungsversuch. Das Nachrichtenmagazin will Kracht als «Türsteher der rechten Gedanken» entlarven, an dem sich studieren lasse, «wie antimodernes, demokratiefeindliches, totalitäres Denken seinen Weg findet hinein in den Mainstream». Mit anderen Worten: Es geht darum, einen Literaturskandal anzuzetteln.
anaximander - Mi, 15.02.2012 19:52 - Kommentar verfassen
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