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    <title>SideEffects (Kunst + Kultur + Wissen + Gespräche = Zivilisation) : Rubrik:Literatur</title>
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    <description>Kunst + Kultur + Wissen + Gespräche = Zivilisation</description>
    <dc:publisher>anaximander</dc:publisher>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-30T09:35:11Z</dc:date>
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    <title>SideEffects</title>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/martin-walser-und-das-religioese/">
    <title>Martin Walser und das Religiöse</title>
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    <description>Eckhard Fuhr &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5673539/Walser-und-der-Heilige-Rock.html&quot;&gt;schreibt&lt;/a&gt; über Martin Walsers neue Novelle, die mit der Rückkehr des Religiösen befasst ist. &quot;Martin Walser lässt sein Publikum nicht bis zum Erscheinen seines geheimnisumwitterten neuen Romans &quot;Muttersohn&quot; warten - damit wird es wohl frühestens im Herbst 2011 etwas. Er wirft ihm schon einmal einen kräftigen Appetithappen hin, ein - formal durchaus eigenständiges - Stück des noch unvollendeten Ganzen. Es erscheint unter dem Titel &quot;Mein Jenseits&quot; demnächst bei Berlin University Press...&quot;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-30T09:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/arabischer-booker-preus-im-zwielicht/">
    <title>Arabischer Booker-Preis im Zwielicht</title>
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    <description>Najem Wali &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/die_ausnahme_bestaetigt_die_regel_1.4376930.html&quot;&gt;schildert&lt;/a&gt; die kurze Geschichte des arabischen Booker-Preises; sie besteht aus einer Abfolge von Skandalen und Absprachen: &quot;Der jüngste Skandal allerdings, der die dritte, derzeit laufende Vergabe des Preises betrifft, ist sicherlich der aufsehenerregendste, denn die Verdächtigen sind in diesem Fall große Kaliber. Zwei Wochen vor der Bekanntgabe der Longlist ließen gut unterrichtete Kreise nicht nur die zum damaligen Zeitpunkt noch geheim gehaltenen Namen der Jurymitglieder durchsickern, sondern auch den Titel des Romans, der schon im Vorhinein für den Preis vorgemerkt war. Es hieß, einer geheimen Übereinkunft zwischen vier wichtigen Beteiligten zufolge solle der Preis in diesem Jahr der libanesischen Schriftstellerin Alawiya Sobh verliehen werden.&quot;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-28T12:19:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/uwe-tellkamps-turm/">
    <title>Uwe Tellkamps Turm</title>
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    <description>Zu welchem Schluss Dorothea Dieckmann bei ihrer Untersuchung der Ähnlichkeiten Ähnlichkeiten zwischen Uwe Tellkamps &quot;Turm&quot; und dem fünf Jahre früher erschienenen Roman &quot;Die letzten Mohikaner&quot; von Jens Wonneberger, kommt, ist leicht zu erraten, &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/sorgfaeltig_abgeschrieben_1.4260528.html&quot;&gt;schreibt&lt;/a&gt; sie doch unter dem Titel &quot;Sorgfältig abgeschrieben&quot;.</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-19T13:42:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/martin-walsers-chinesischer-romanpreis/">
    <title>Martin Walsers chinesischer Romanpreis</title>
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    <description>Johnny Erling &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5556533/Liebe-mit-Altersgefaelle.html&quot;&gt;berichtet&lt;/a&gt; von der Verleihung des chinesischen Romanpreises an Martin Walser.&lt;ul&gt;Seit 2002 lässt Chinas größtes Verlagshaus &quot;Volksliteratur&quot; eine Liste von fünf bis sechs herausragenden zeitgenössischen ausländischen Romanen zusammenstellen, deren Übersetzungen als Buchreihe erscheinen. Unter den bislang erkorenen 45 Romanen aus 17 Ländern sind sieben von deutschen Autoren. Zur Preisverleihung als &quot;Bester der Besten&quot; kam der 82-jährige Martin Walser mit seiner Frau in die Peking Universität. Der eingeschworene Hut- und Schalträger hatte sich für die Goethe verehrenden Chinesen eine ihm vor 25 Jahren geschenkte Krawatte mit Goethemotiven umgebunden. Inhaltlich machte Walser aber keine Konzessionen.&lt;/ul&gt;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-17T09:51:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/mieser-sex-mit-jonathan-littell/">
    <title>Mieser Sex mit Jonathan Littell</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/mieser-sex-mit-jonathan-littell/</link>
    <description>Schriftsteller Jonathan Littell mag preisgekrönt und viel gelobt sein, seine Sex-Szenen in dem Holocaust-Roman &quot;Die Wohlgesinnten&quot; jedoch gefallen nicht jedem. Die Juroren des britischen Literatur-Magazins &quot;Literary Review&quot; jedenfalls machten die Passagen nicht sonderlich an - und so verliehen sie ihm den Schmähpreis 09. Der Preis wird bereits seit 1993 für einen besonders &quot;geschmacklosen, oberflächlichen Gebrauch sich wiederholender sexueller Beschreibungen&quot; verliehen, wie Jonathan Beckmann vom &quot;Literary Review&quot; der britischen Zeitung &quot;The Guardian&quot; sagte.&lt;br /&gt;
[ &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,664521,00.html&quot;&gt;mehr&lt;/a&gt; ]</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-01T16:17:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/eine-possierliche-entschuldigung/">
    <title>Eine possierliche Entschuldigung</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/eine-possierliche-entschuldigung/</link>
    <description>Uwe Wittstock &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5356116/Roland-Koch-und-der-Islam.html&quot;&gt;kommentiert&lt;/a&gt; die Entschuldigung Roland Kochs bei der Verleihung des Hessischen Kulturpreises. Kochs Entschuldigung wirkte zwar besänftigend, erinnerte aber im Zusammenhang mit dem Zu- und Ab- und wieder Zuerkennen des Hessischen Kulturpreises für Narvid Kirmani wie eine Provinzposse. &quot;So war der Konflikt um Kermani in Kochs Augen zwar bedauerlich, aber definitiv &apos;kein Grund gewesen, die Heraushebung der Verdienste von Judentum und Christentum zu unterlassen&apos;. Die Frage, ob Lehmanns und Steinackers Empörung über Kermani berechtigt war oder nicht, spielte bei diesen Überlegungen offenbar die geringste Rolle.&quot;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-28T12:34:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/walter-kempowskis-kollektives-tagebuch/">
    <title>Walter Kempowskis kollektives Tagebuch</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/walter-kempowskis-kollektives-tagebuch/</link>
    <description>Der Schriftsteller Walter Kempowski verstand sich von Anfang an als Chronist seiner Zeit. Seine viel gelesenen Familienromane firmierten unter dem Titel &quot;Deutsche Chronik&quot;, und mit seiner zehn Bände umfassenden Erinnerungscollage &quot;Echolot&quot; legte er gewissermaßen das kollektive Gedächtnis seiner Landsleute vor. Dass im Nachlass des 2007 gestorbenen und als rastloser Sammler bekannten Schriftstellers weitere Schätze ruhen, war in literarischen Kreisen bekannt. &lt;br /&gt;
Bisher nicht bekannt war die Tatsache, dass Kempowski zwei Jahre lang an einem &quot;Kollektiven Tagebuch von 1989&quot; mit dem Titel &quot;Whispering&quot; arbeitete, das er im Mai 2001 abschloss.&lt;br /&gt;
[ &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article5290249/Manuskript-oder-Materialsammlung.html&quot;&gt;mehr&lt;/a&gt; ]</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-27T13:47:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/arnold-stadler-erhielt-den-kleist-preis/">
    <title>Arnold Stadler erhielt den Kleist Preis</title>
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    <description>Ingeborg Harms berichtet von der Verleihung des Kleist-Preises an den Schriftsteller Arnold Stadler. Hier finden Sie die &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~EA99611B72C0442318FF8D6A746B3C89D~ATpl~Ecommon~Scontent~Atype~Epro.html#ProContraArea&quot;&gt;Laudatio&lt;/a&gt; von Peter Esterhazy und hier seine &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~EA99611B72C0442318FF8D6A746B3C89D~ATpl~Ecommon~Scontent~Atype~Econtra.html#ProContraArea&quot;&gt;Dankesrede&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-23T10:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/die-juden-ungarns-haben-angst/">
    <title>Die Juden Ungarns haben Angst</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/die-juden-ungarns-haben-angst/</link>
    <description>Imre Kertesz hat mit seiner Kritik an Ungarn offenbar den Nagel auf den Kopf getroffen. &quot;Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen, gedeihen wie eh und je&quot;, hatte der Nobelpreisträger vor kurzem in einem &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/kultur/article5098828/In-Ungarn-haben-Antisemiten-das-Sagen.html&quot;&gt;Interview&lt;/a&gt; mit der Welt gesagt. Nun &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5239216/Der-Heilige-Krieg-der-Ultras.html&quot;&gt;berichtet &lt;/a&gt;Paul Lendvai, dass die Ultrarechten schäumen: &quot;Dieser Tage rief das Wochenblatt Magyar Demokrata (Ungarischer Demokrat) zur &apos;Errichtung einer Kulturpolizei&apos; auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos. Diese sollen die Bücher &apos;linksliberaler Landesverräter&apos; (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen. &apos;Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten&apos;, forderte der Redakteur des Blattes und rief &apos;zum Kampf, zum heiligen Krieg&apos; auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und - mit der Ausnahme Esterhazys - jüdischen Autoren als eine &apos;witzige Betrachtung&apos; hinzustellen. All das ... mag nur die Spitze des Eisbergs sein. Mit den Worten György Konrads: &apos;Die Freiheit erscheint als die Freiheit des Neofaschismus.&apos; Die Juden in Ungarn haben (wieder) Angst.&quot;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-17T14:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/schillers-schaedel-physiognomie-einer-fixen-idee/">
    <title>Schillers Schaedel - Physiognomie einer fixen Idee</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/schillers-schaedel-physiognomie-einer-fixen-idee/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Schillers-Sch%C3%A4del-Physiognomie-einer-fixen/dp/3835305751/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1258128982&amp;sr=1-1&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;261&quot; alt=&quot;schillers-schaedel&quot; width=&quot;200&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/litart/images/schillers-schaedel.gif&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Friedrich Schiller wurde schon früh als &quot;Nationalautor&quot; verehrt. Bald nach seinem Tod nahm diese Verehrung fast religiöse Züge an. Die Frage nach seinen Relikten und - nachdem diese 1826 angeblich geborgen worden waren - nach der Echtheit seines Schädels erhielt deshalb eine große Bedeutung und wuchs sich über zwei Jahrhunderte hinweg zur &quot;fixen Idee&quot; aus. Der Band &quot;Schillers Schädel - Physiognomie einer fixen Idee&quot; zeichnet die wechselvolle Geschichte des Schiller-Schädels in zwei Erzählsträngen nach. Der erste zeigt, wie es überhaupt zu den Zweifeln an der Echtheit des Schädels kommen konnte. Er führt den Leser in das Sterbejahr Friedrich Schillers 1805. Der Dichter wurde, wie andere Bürger von Stand, die über keine Familiengrablege verfügten, im Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof beigesetzt. Schon früh kam es zu öffentlicher Kritik an dieser für einen Nationaldichter als unwürdig empfundenen Form der Bestattung. Als der Weimarer Bürgermeister Karl Leberecht Schwabe 1826 in die Gruft stieg, um Schillers Gebeine zu bergen, war deren sichere Identifizierung unmöglich geworden, weil alle in der Gruft untergebrachten Särge bereits in Verwesung übergegangen waren. 1911 kam es zu einer zweiten Grabung im Kassengewölbe, nach deren Auswertung August von Froriep einen zweiten Schädel präsentierte, der 1913 ebenfalls in der Fürstengruft niedergelegt wurde.&lt;br /&gt;
Der Streit um Schillers Schädel, der von 1826 bis 2008 andauerte, ist ein spannendes Lehrstück der Wissenschaftsgeschichte, das die Fortschritte der Anthropologie und anderer Verfahren der Identitätsbestimmung dokumentiert. Schillers Sarg in der Fürstengruft ist heute leer, nachdem eine vom Mitteldeutschen Rundfunk Landesfunkhaus Thüringen und der Klassik Stiftung in Auftrag gegebene DNA-Analyse ergeben hat, dass keiner der beiden mutmaßlichen Schiller-Schädel tatsächlich dem Dichter zuzuordnen ist. Die Frage, wo sich die sterblichen Überreste Schillers befinden, bleibt vermutlich für immer unklar. Die vom Mitteldeutschen Rundfunk im Mai 2008 ausgestrahlte Fernsehdokumentation von Ute Gebhardt &quot;Der Friedrich-Schiller-Code&quot; hat die Geschichte um Schillers Schädel der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Der Film fasste die anthropologischen und molekularbiologischen Untersuchungen zusammen, mit deren Hilfe die Klassik Stiftung Weimar und der Mitteldeutsche Rundfunk den historischen Streit endgültig beilegen konnten.&lt;br /&gt;
Der zweite Erzählstrang des Buchs stellt die Geschichte von Schillers Schädel in den Zusammenhang kulturgeschichtlicher Fragen: Wie kam es, dass Schillers Schädel über zwei Jahrhunderte die Gemüter bewegen konnte? Wie und warum entwickelte sich um die sterblichen Überreste des Dichters ein säkularisierter Reliquienkult? Im 19. Jahrhundert wird Schiller, nicht Goethe, mehr und mehr zum Heros und Heiligen der Deutschen. Die Feierlichkeiten zu Schillers 100. Geburtstag 1859 entwickelten sich zu einem nationalen Fest zu Ehren des Dichters. In den geistigen Auseinandersetzungen und in den Kriegen des 20. Jahrhunderts wurde Schiller von allen Seiten zum Eideshelfer für ganz unterschiedliche weltanschauliche Positionen. Nur vor dem Hintergrund dieses ideologisch hoch aufgeladenen Dichterkults sind die enormen Anstrengungen zu verstehen, mit denen man die Schiller-Schädel-Forschung betrieb. Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sind dabei eng verschränkt. Entsprechend breitet die Publikation reiches Material zur Schiller-Rezeption aus, die den Rahmen für die wissenschaftlich untermauerte Suche nach authentischen Erinnerungsstücken bildet.&lt;br /&gt;
Die von Jonas Maatsch und Christoph Schmälzle herausgegebene Publikation erscheint im Wallstein Verlag. Sie gliedert sich in acht Kapitel, die der Chronologie der Ereignisse folgen. Thematische Eckpunkte sind dabei: Schillers Tod und Bestattung, die darauffolgende Bergung und Wiederbestattung der Relikte, sowie deren Untersuchung durch die Anthropologen Carl Gustav Carus, Herrmann Welcker, August v. Froriep und Michail Gerassimow. Der wissenschaftshistorische Erzählstrang wird durch Abschnitte ergänzt, die der kultischen Verehrung des Dichters als einer Heilsfigur der deutschen Nation und der damit verbundenen Porträt-Ikonografie nachspüren. Exkurse zu ausgewählten Themen vertiefen den theoretischen Hintergrund. Zu den Autoren gehören Ute Gebhardt, die Regisseurin des Dokumentarfilms &quot;Der Friedrich-Schiller-Code&quot;, und Ursula Wittwer-Backofen, die als Anthropologin an den jüngsten Untersuchungen des Fürstengruft-Schädels mitgewirkt hat. Weitere Autoren des Bandes sind Aurelia Badde, Götz-Lothar Darsow, Lily Fürstenow-Khositashvili, Nikolas Immer, Janine Ludwig, Gisela Maul, Roland Meyer, Ulrike Müller-Harang, Günter Oesterle, Christoph Schmälzle, Claudia Schmölders, Hellmut Seemann und Caroline Welsh. &lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Monographie &quot;Schillers Schädel - Physiognomie einer fixen Idee&quot;&lt;br /&gt;
Herausgeber: Jonas Maatsch und Christoph Schmälzle&lt;br /&gt;
ISBN: 978-3-8353-0575-5 &lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-13T15:48:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/david-foster-wallace-unendlicher-spass/">
    <title>David Foster Wallace &quot;Unendlicher Spass&quot;</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/david-foster-wallace-unendlicher-spass/</link>
    <description>In einer Passage von David Foster Wallace&apos; Roman &quot;Unendlicher Spaß&quot;, versucht eine Person zu &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/article5195033/Ich-bin-hier-weil-ich-sterben-will.html&quot;&gt;beschreiben&lt;/a&gt;, was Depression ist. Diesen Begriff lehnt sie aber ab und spricht von &quot;dem Gefühl&quot;: &quot;Stellen Sie sich vor, Sie würden sich drinnen überall so fühlen. Als wäre jeder Zelle und jedem Atom oder jeder Gehirnzelle oder was weiß ich so schlecht, dass sie kotzen will, aber nicht kann, und so fühlen Sie sich die ganze Zeit, und Sie sind sicher, Sie wissen ganz genau, dass dieses Gefühl niemals weggehen wird und dass Sie sich den gesamten Rest Ihres Lebens so fühlen werden. Das Gefühl fühlt sich an, als ob es schon immer da war und immer bleiben wird, und das andere vergisst man. Es ist, als würde sich ein Filter über die gesamte Einstellung zur Welt legen.&quot;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-13T15:11:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/enzensberger-in-den-feuilletons/">
    <title>Enzensberger in den Feuilletons</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/enzensberger-in-den-feuilletons/</link>
    <description>Enzensberger ist der kosmopolitischste deutsche Intellektuelle des&lt;br /&gt;
20. Jahrhunderts. Dennoch kreist sein gesamtes Werk&lt;br /&gt;
im Grunde nur um sein Heimatland und dessen Bewohner: &quot;Wie könnte ich auch, hin- und hergerissen zwischen&lt;br /&gt;
Schock und Dankbarkeit, Seligkeit und Enttäuschung,&lt;br /&gt;
Bestürzung und Verwunderung, mit diesem Land je zu&lt;br /&gt;
Rande kommen.&quot; Wahrscheinlich ist das  deutsche National-&lt;br /&gt;
gefühl am Anfang des 21. Jahrhunderts nicht präziser auf den&lt;br /&gt;
Punkt zu bringen.  &lt;br /&gt;
In &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2009/46/01-Hans-Magnus-Enzensberger&quot;&gt;&quot;Die Zeit&quot;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Im &lt;a href=&quot;http://www.tagesspiegel.de/kultur/Enzensberger;art772,2947004&quot;&gt;Tagesspiegel&lt;/a&gt; und noch &lt;a href=&quot;http://www.tagesspiegel.de/kultur/Enzensberger;art772,2947006&quot;&gt;einmal&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
In &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article5116011/Er-ist-ein-anderer.htm&quot;&gt;Die Welt&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
In der &lt;a href=&quot;http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel/1/fuer-immer-jung/&quot;&gt;taz&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
In der &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~EE6EB08B5BF1A46CCBFB48BBF55020247~ATpl~Ecommon~Sspezial.html?rss_googlenews&quot;&gt;FAZ&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
In der &lt;a href=&quot;http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2072397_Hans-Magnus-Enzensbergers-Irrlichternd-heiter-voran.html&quot;&gt;FR&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
In der &lt;a href=&quot;http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/die_wasserzeichen_der_poesie_1.3999578.html&quot;&gt;NZZ&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
    <dc:date>2009-11-11T13:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/herzinger-zu-enzensberger-80/">
    <title>Herzinger zu Enzensberger 80.</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/herzinger-zu-enzensberger-80/</link>
    <description>Warum ich mir Enzensberger nicht anders als jung vorstellen kann, erklärt uns Richard Herzinger in einem Artikel, der uns von E.S. zugesandt worden ist.

&lt;ul&gt;Hans Magnus Enzensberger wird heute 80? Dabei kann es sich doch wohl nur um einen Scherz handeln. Denn ich kann mir Enzensberger nicht anders als jung vorstellen. Ich kenne keinen anderen Autor, dessen Sätze  über welches Thema er auch schreibt  Gedanken in gleicher Vollkommeheit so aussehen lassen, als seien sie soeben erst auf die Welt gekommen, und als habe sie noch niemals ein anderer Mensch gedacht, die dabei aber so gänzlich unverschnörkelt lapidar formuliert sind. Und das auch dann, wenn diese Gedanken bei näherem Hinsehen keineswegs so originell und tragfähig sind, wie sie in Enzensbergers glänzender sprachlicher Präsentation und Präzision wirken. Eigentlich kommt seine Essayistik nämlich mit einem relativ einfachen philosophischen Grundgerüst aus, das er je nach historischer Situation effektvoll zu variieren weiß - wie ich selbst einmal in einem ZEIT-Essay von 1996 festgestellt habe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...bei genauerem Hinsehen erkennt man, daß der scheinbar so wetterwendische Denker seit Jahrzehnten mit einem Kernbestand aus einigen festen Grundüberzeugungen auskommt, die er mit großem Geschick auf die jeweils wechselnden politischen Konstellationen anzuwenden versteht.,Einer der Kerngedanken besagt, daß geschichtliche Prozesse nicht nur nicht vorhersagbar, sondern auch prinzipiell unkontrollierbar seien. In einem Beitrag für das Kursbuch hat er 1978 der geschichtsgläubigen Linken ins Stammbuch geschrieben, daß es keinen Weltgeist gibt; daß wir die Gesetze der Geschichte nicht kennen; (. . .) daß die gesellschaftliche wie die natürliche Evolution kein Subjekt kennt und daß sie deshalb unvorhersehbar ist; daß wir mithin, wenn wir politisch handeln, nie das erreichen, was wir uns vorgesetzt haben, sondern etwas ganz anderes (. . .); und daß die Krise aller positiven Utopien eben hierin ihren Grund hat. Damit wollte Enzensberger der selbstmitleidigen Klage der Linken über die angeblich utopielose Gegenwart den Boden entziehen. Aber seine Einsicht von 1978 war keineswegs neu. Sie findet sich bereits in seiner 1968 im Kursbuch veröffentlichten, zweiteiligen politischen Aphorismensammlung Berliner Gemeinplätze. Damals richtete sich sein Argument jedoch gegen die Apologeten der bundesdeutschen Wirtschaftswunder-Gesellschaft, die den revolutionären Forderungen der Studentenbewegung mit dem auftrumpfenden Hinweis auf die ,Wirklichkeit begegneten. Dieser Realitätsbegriff, so hielt Enzensberger dagegen, geht von der Fiktion aus, als sei der historische Prozeß prinzipiell vorherseh- und kontrollierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als 1989 der unerwartet schnelle Zusammenbruch des Kommunismus zu kaum für möglich gehaltenen weltpolitischen Umwälzungen führte, sah sich Enzensberger in seiner alten Einschätzung bestätigt, und er wiederholte, im neuen Kontext, seine These von 1968 und 1978. In einem weiteren Essay, wieder im Kursbuch, erklärte er 1990, die jüngsten Entwicklungen in Europa seien der Beweis für die grundsätzliche Ohnmacht der Politik und der Politiker: Der tölpelhafte Eindruck, den die Regierungen angesichts der jüngsten Veränderungen in Europa machen, ihr hilfloses Auftrumpfen ist (. . .) keine zufällige Peinlichkeit (. . .); er folgt aus der prinzipiellen Unmöglichkeit, den gesellschaftlichen Prozeß vorherzusehen, einem allgemeinen Kalkül zu unterwerfen und von oben her zu beherrschen.&lt;br /&gt;
Man kann dies noch an zahlreichen anderen Texten Enzensbergers belegen. Mancher hat diese meine Analyse damals als einen bösen Angriff auf Enzensberger missverstanden. Dabei enthielt sie auch ein großes Kompliment: Die Anerkennung der Kunst eines großen Stilisten, der es als seine wichtigste Aufgabe ansieht, mit Gedanken, selbst wenn sie nicht mehr ganz taufrisch sind, auf keinen Fall zu langweilen, und sie selbst da, wo Wiederholungen unvermeidlich sind, auf keinen Fall als Wiederholung erscheinen zu lassen. Die weit verbreitete Kritik, Enzensberger sei wetterwendisch und ändere seine Meinung je nach Konjunktur, geht daher an ihrem Gegenstand vorbei. Mag sein, dass seine wechselnden Ansichten etwas Frivoles, Dandyhaftes an sich haben, vor allem sind sie aber einem übergreifenden Ethos verpflichtet: Auf keinen Fall immer wieder dasselbe zu sagen, da ein Gedanke, der nicht beim ersten Male klar genug hingestellt wurde, um sofort verstanden zu werden, keinen Wert mehr hat. Dies erklärt auch eines der problematischsten Kapitel in Enzensbergers intellektueller Biografie: seinen Unwillen, sich mit seiner Rolle in der 68er-Bewegungen auseinanderzusetzen, die keineswegs immer so nebensächlich und nur beobachtend war, wie er es gerne wahrhaben möchte. Aus seinem Abwehrreflex, über diese Zeit zu reden, spricht wohl das Erschrecken, sich einmal doch festgelegt zu haben, einmal doch die Sphäre des schwebenden Seismographen verlassen zu haben und einer absurden Sache aufgesessen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das aber widerspricht im Grunde dem Kern seiner intellektuellen Natur, die darauf aus ist, die Spur zu verwischen, mittels der er als ein ideller Überzeugungstäter oder Moralist dingfest gemacht werden könnte. Einer zu sein, der einer Sache verpflichtet ist, steht nämlich im Gegensatz zu seiner genannten Grundüberzeugung, dass die Zukunft eine einzige Täuschung sei, die allenfalls das Gegenteil des Gewollten, wenn nicht das blanke Chaos bereithält. Enzensbergers Pathos ist daher das des Zerstörens oder doch zumindest des Störens von Illusionen, aber nicht, um an deren Stelle eine andere, illusionäre Gewissheit zu setzen, sondern um der Zerstörung der Illusion selbst willen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz von selbst bin ich auf diesen Geistesblitz freilich nicht gekommen. Über Enzensberger ist nämlich unendlich viel geschrieben worden, aber kein Text kommt ihm so nahe wie jener kurze Essay von Walter Benjamin, der unter dem Titel Der destruktive Charakter 1931 erschienen ist  lange also, bevor es auf Erden eine Spur von Enzensbergers gab. Benjamins Essay erklärt nicht nur, warum der Versuch, Enzensberger zu wörtlich beim Wort zu nehmen, ins Leerre laufen muss, sondern auch, warum ich mir Enzensberger nicht anders als jung vorstellen kann  und es erklärt nebenher auch, warum der Schriftsteller Enzensberger als Lyriker, Erzähler und Essayist zwar zahlreiche Kleinodien deutscher Sprache, aber nie DAS eine große Werk geschaffen hat, das seinen Platz in der literaturgeschichtlichen Unendlichkeit beanspruchen könnte. Hans Magnus Enszensberger ist (natürlich nur im ideellen Sinne!) der destruktive Charakter:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter kennt nur eine Parole: Platz schaffen; nur eine Tätigkeit: räumen. Sein Bedürfnis nach frischer Luft und freiem Raum ist stärker als jeder Haß. Der destruktive Charakter ist jung und heiter. Denn Zerstören verjüngt, weil es die Spuren unseres eigenen Alters aus dem Weg räumt; es heitert auf, weil jedes Wegschaffen dem Zerstörenden eine vollkommene Reduktion, ja Radizierung seines eignen Zustands bedeutet. Zu solchem apollinischen Zerstörerbilde führt erst recht die Einsicht, wie ungeheuer sich die Welt vereinfacht, wenn sie auf ihre Zerstörungswürdigkeit geprüft wird. Dies ist das große Band, das alles Bestehende einträchtig umschlingt. Das ist ein Anblick, der dem destruktiven Charakter ein Schauspiel tiefster Harmonie verschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter ist immer frisch bei der Arbeit. Die Natur ist es, die ihm das Tempo vorschreibt, indirekt wenigstens: denn er muß ihr zuvorkommen. Sonst wird sie selber die Zerstörung übernehmen.&lt;br /&gt;
Dem destruktiven Charakter schwebt kein Bild vor. Er hat wenig Bedürfnisse, und das wäre sein geringstes: zu wissen, was an Stelle des Zerstörten tritt. Zunächst, für einen Augenblick zumindest, der leere Raum, der Platz, wo das Ding gestanden, das Opfer gelebt hat. Es wird sich schon einer finden, der ihn braucht, ohne ihn einzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter tut seine Arbeit, er vermeidet nur schöpferische. So wie der Schöpfer Einsamkeit sich sucht, muß der Zerstörende fortdauernd sich mit Leuten, mit Zeugen seiner Wirksamkeit umgeben. Der destruktive Charakter ist ein Signal. So wie ein trigonometrisches Zeichen von allen Seiten dem Winde, ist er von allen Seiten dem Gerede ausgesetzt. Dagegen ihn zu schützen, ist sinnlos. Der destruktive Charakter ist gar nicht daran interessiert, verstanden zu werden. Bemühungen in dieser Richtung betrachtet er als oberflächlich. Das Mißverstandenwerden kann ihm nichts anhaben. Im Gegenteil, er fordert es heraus, wie die Orakel, diese destruktiven Staatseinrichtungen, es herausgefordert haben. Das kleinbürgerlichste aller Phänomene, der Klatsch, kommt nur zustande, weil die Leute nicht mißverstanden werden wollen. Der destruktive Charakter läßt sich mißverstehen; er fördert den Klatsch nicht.&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter ist der Feind des Etui-Menschen. Der Etui-Mensch sucht seine Bequemlichkeit, und das Gehäuse ist ihr Inbegriff. Das Innere des Gehäuses ist die mit Samt ausgeschlagene Spur, die er in die Welt gedrückt hat. Der destruktive Charakter verwischt sogar die Spuren der Zerstörung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter steht in der Front der Traditionalisten. Einige überliefern die Dinge, indem sie sie unantastbar machen und konservieren, andere die Situationen, indem sie sie handlich machen und liquidieren. Diese nennt man die Destruktiven.Der destruktive Charakter hat das Bewußtsein des historischen Menschen, dessen Grundaffekt ein unbezwingliches Mißtrauen in den Gang der Dinge und die Bereitwilligkeit ist, mit der er jederzeit davon Notiz nimmt, daß alles schief gehen kann. Daher ist der destruktive Charakter die Zuverlässigkeit selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter sieht nichts Dauerndes. Aber eben darum sieht er überall Wege. Wo andere auf Mauern oder Gebirge stoßen, auch da sieht er einen Weg. Weil er aber überall einen Weg sieht, hat er auch überall aus dem Weg zu räumen. Nicht immer mit roher Gewalt, bisweilen mit veredelter. Weil er überall Wege sieht, steht er selber immer am Kreuzweg. Kein Augenblick kann wissen, was der nächste bringt. Das Bestehende legt er in Trümmer, nicht um der Trümmer, sondern um des Weges willen, der sich durch sie hindurchzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der destruktive Charakter lebt nicht aus dem Gefühl, daß das Leben lebenswert sei, sondern daß der Selbstmord die Mühe nicht lohnt.&lt;/ul&gt;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 anaximander</dc:rights>
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    <title>Hans Magnus Enzensberger Interview</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/hans-magnus-enzensberger-interview/</link>
    <description>Enzensberger zählt zu den größten lebenden Lyrikern und Essayisten. Sein Werk hat die deutsche Literatur seit den 60er Jahren mitgeprägt. Er war Mitglied der legendären Gruppe 47 und wurde in den 60er Jahren zu einem der Wortführer der Studentenbewegung und der linken Intelligenz. Später wurde er zu den schärfsten Kritikern der &quot;linken Gemütlichkeit&quot; wie die FAZ schrieb. Neben Günter Grass und Jürgen Habermas gehört er zu den deutschen Intellektuellen, deren Meinung auch außerhalb Deutschlands von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
Hier gehts zum &lt;a href=&quot;http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&amp;obj=15225&quot;&gt;Interview&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>anaximander</dc:creator>
    <dc:subject>Literatur</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://litart.twoday.net/stories/peter-handke-wunschloses-unglueck/">
    <title>Peter Handke &quot;Wunschloses Unglück&quot;</title>
    <link>http://litart.twoday.net/stories/peter-handke-wunschloses-unglueck/</link>
    <description>Peter Handke &lt;a href=&quot;http://www.welt.de/die-welt/kultur/literatur/article5116009/Kummer-ist-ein-schoenes-Wort.html&quot;&gt;spricht im Interview&lt;/a&gt; mit Ulrich Weinzierl über den Selbstmord seiner Mutter, den er in der Erzählung &quot;Wunschloses Unglück&quot; festgehalten hat. Der Titel stimme eigentlich nicht, sagt er. &quot;Meine Mutter hatte bis zum Ende Wünsche. Sie hat sich immer noch einen anderen Mann gewünscht, einen, der &apos;ein Kavalier&apos; ist. Ich weiß gar nicht, was sie damit gemeint hat. Es ist oft ein Widerspruch zwischen Geschichte und Titel, der nicht Lüge sein muss.&quot;</description>
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