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Menschen und Affen

Freitag, 17. Oktober 2008

Linke Gehirnhälfte für Kommunikation

Die Menschheit, so sagen wissenschaftliche Studien, stammt vom Affen ab und Gorillas ähneln in ihrer Kommunikation den Menschen, wollen die Psychologen der University of Sussex herausgefunden haben. Der größte Menschenaffe nutzt, wie der Mensch, die linke Gehirnhälfte zur Verständigung. Die Entschlüsselung der nonverbalen Signale gibt Hoffnung darauf, die Sprachentwicklung autistischer Kinder besser zu verstehen.
Eine 13-jährige Gorilladame im Zoo von Kent war Forschungsobjekt für Gilian Sebestyen Forrester. Die Psychologin, die sich seit vier Jahren intensiv mit Menschenaffen beschäftigt, erfasste ihre Verständigung über Videoaufnahme. Anschließend entschlüsselte und analysierte sie die einzelnen Signale. Anstatt jedoch Verhaltensweisen nach dem persönlichen Forscherempfinden zu interpretieren, brach Forrester die Zeichensprache in eine Sequenz der Grundelemente Blick, Gesichtsausdruck und Körperbewegung herunter. Registriert hätte sie dabei "Handbewegungen, Sozialpartner oder den Umgang mit Objekten", so die Forscherin im Gespräch mit pressetext. Sie fand dabei bestimmte wiederkehrende Strukturen, die zum Verständnis der Kommunikation der Affen beitragen. Die nicht-verbale Kommunikation der Gorillas ist hochkomplex.
ie verwenden Mimik, Handbewegungen und Blickkontakte, Berührungen wie Kraulen oder Drücken haben spezielle Bedeutungen zur Stärkung des Zusammenhalts. Forrester beobachtete, dass Gorillas in kommunikativen Situationen vorwiegend die rechte Hand verwenden. Sie schloss daraus, dass wie beim Menschen auch bei Gorillas die Sprachentwicklung in der linken Gehirnhälfte beheimatet ist. Diese Parallelen seien nicht aus der Luft gegriffen: "23 Mio. Jahre gingen Mensch und Menschenaffe in der Evolutionsgeschichte gemeinsam, erst seit sechs Millionen Jahren befindet sich jeder auf einem eigenen Weg", so die Forscherin.
Die Methode zur Erhebung der Sprache im Reich der Affen könnte auch Aufschluss über menschliches Verhalten geben.
ptat

Donnerstag, 4. September 2008

EU billigt den Affen Menschenrechte zu

Wir haben gewusst, dass das kommen wird, aber dass der Grundstein dazu ausgerechnet in Spanien gelegt werden könnte, haben wir nicht angenommen. Peter Singer, Professor für Bioethik an der Universität Princeton und Verfasser des legendären Buchs "Die Befreiung der Tiere", setzt sich in Europa durch.
Der 25. Juni wird als Freudentag in die Annalen des Tierschutzes eingehen: An diesem Tag sprach der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei des spanischen Parlaments in einer historischen Abstimmung dem "Projekt Menschenaffen" (Great Ape Project) seine Unterstützung aus. Das Projekt verfolgt das Ziel, unseren engsten nicht- menschlichen Verwandten - den Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans - ein Recht auf Leben, Freiheit und Schutz vor Folter zuzugestehen. Andere Länder wie Neuseeland und Großbritannien haben in der Vergangenheit bereits Schritte gesetzt, um Menschenaffen vor Experimenten zu schützen, die ihnen Schaden zufügen könnten, doch kein nationales Parlament hatte bisher verkündet, dass ein Tier eine mit Rechten ausgestattete Person sei.
Die Entschließung, deren einstimmige Annahme durch die Nationalversammlung erwartet wird, fordert die spanische Regierung auf, sich für eine ähnliche EU-weite Erklärung einzusetzen und innerhalb eines Jahres ein Gesetz zu erlassen, das potenziell schädliche Experimente an Menschenaffen untersagt. Das Halten von Menschenaffen in Gefangenschaft soll nur für Zwecke der Arterhaltung gestattet werden, und dann unter optimalen Bedingungen. Darüber hinaus wird empfohlen, dass Spanien in internationalen Foren und Organisationen Schritte zum Schutz der Menschenaffen vor Misshandlung, Sklaverei, Folter, Tötung und Ausrottung einleitet."Paola Cavalieri und ich haben das "Projekt Menschenaffen" 1993 gegründet, um die Barrieren zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Tieren einzureißen. Forscher wie Jane Goodall, Diane Fossey und Birute Galdikas haben gezeigt, dass Menschenaffen denkende, Ich-bewusste Wesen mit einem reichen Gefühlsleben sind, und damit den Boden dafür bereitet, ihnen grundlegende Rechte zuzugestehen.
Wenn wir die Menschenrechte als etwas betrachten, auf das alle Menschen Anspruch haben - egal, wie begrenzt ihre geistigen oder emotionalen Fähigkeiten sein mögen -, wie können wir dann den Menschenaffen, die, was Rationalität, Ich-Bewusstsein und emotionale Bindungsfähigkeit betrifft, manchen Menschen eindeutig überlegen sind, ähnliche Rechte verweigern? Wir würden damit ein Vorurteil gegenüber anderen Wesen an den Tag legen, das nur darauf beruht, dass sie nicht Angehörige unserer eigenen Art sind - ein Vorurteil, das wir "Speziezismus" nennen, um seine Ähnlichkeit zum Rassismus aufzuzeigen."

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Dienstag, 4. Dezember 2007

Es ist viel schlimmer

Von frühen Menschenformen spricht man bereits bei Funden, die 1,5 bis zwei Millionen Jahre alt sind. So verhält es sich auch beim so genannten Paranthropus robustus, von dem es einige Fossilienfunde in Südafrika gibt. Jetzt hat ein internationales Forscherteam einige Paranthropus-Funde noch einmal untersucht und festgestellt, dass diese Frühmenschen doch den Gorillas zumindest in einem wichtigen Merkmal noch ähnlicher waren als bisher gedacht. Die männlichen Individuen des Paranthropus robustus wuchsen nämlich sehr viel länger als die weiblichen Individuen. Dieser Unterschied zwischen dem männlichem und dem weiblichem Paranthropus ist später beim Homo sapiens nicht mehr so deutlich. Ihre Erkenntnisse haben die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science" veröffentlicht.
"Es ist allgemein bekannt, dass bei Jungen der Reifungsprozess später abgeschlossen ist als bei Mädchen, aber dieser Unterschied ist beim Menschen sehr viel geringer ausgeprägt als bei anderen Primaten", erklärt Charles Lockwood vom University College London. "Männliche Gorillas wachsen auch dann noch, wenn sie bereits ihre Weisheitszähne haben. Ihren 'Silberrücken'-Status bekommen sie erst, wenn die gleichaltrigen Weibchen bereits ihre erste Nachkommenschaft versorgen."
Lockwood und seine Kollegen haben die fossilen Überreste von 35 Exemplaren des Paranthropus robustus - auch Australopithecus robustus genannt - untersucht, die von verschiedenen Fundstätten in Südafrika stammten. Dabei stellten sie fest, dass die meisten männlichen Exemplare einen ähnlich lange dauernden Reifungsprozess durchgemacht haben mussten wie Gorilla-Männchen. Allerdings gab es auch Unterschiede. Nicht alle männlichen Individuen des Paranthropus wuchsen so lange wie Gorilla-Männchen. Die Forscher vermuten, dass sich der Wachstumsprozess der Frühmenschenformen mit der Herausbildung menschlicherer Formen veränderte. Das Reifeschema bei Gorillas bringt es mit sich, dass ein "Silberrücken" gewissermaßen für einen ganzen Harem von Gorillaweibchen zuständig ist. In der langen Jugendzeit sind die männlichen Gorillas häufiger in Gefahr, Beute von Leoparden oder Hyänen zu werden als die gleichaltrigen Weibchen, die dann schon erwachsden sind. Auf dem Weg zur monogamen Partnerschaft könnte sich das Modell der langen Reifung der Männer für die frühen Menschenformen als nicht mehr zweckmäßig erwiesen haben.

Autor: Doris Marszk / Science

Menschenaffe besiegt Mensch

Bald wird keiner mehr sagen, wer vom Affen abstammen wolle, trage selber Schuld. Es gereicht dem Menschen zur Ehre, vom Affen abzustammen - wenigstens dann, wenn man dieser wissenschaftlichen Studie Glauben schenkt.
    In Gedächtnistests, bei denen sich Schimpansen und Studenten Zahlenreihen merken mussten, waren junge Schimpansen überlegen, wie Sana Inoue und Tetsuro Matsuzawa von der Universität von Kyoto nachgewiesen haben. Vor allem waren sie eindeutig schneller als ihre menschlichen Verwandten.
    Den menschlichen und tierischen Probanden wurden an einem Bildschirm Zahlenmuster gezeigt. Junge Schimpansen konnten sich nach dem Ausblenden der Zahlen besser an deren Anordnung erinnern als die Studenten einer japanischen Universität. Offensichtlich haben die Affen ein besseres Kurzzeitgedächtnis, folgern die Wissenschaftler. Ihrer Meinung nach zeigten die Ergebnisse, dass Menschen mit ihren kognitiven Fähigkeiten den Tieren nicht generell überlegen seien, schreiben Inoue und Matsuzawa im Fachmagazin "Current Biology".
    Die Wissenschaftler brachten sechs Schimpansen - drei Schimpansenmüttern und ihren Jungen - aus dem Primatenzentrum der Universität von Kyoto zunächst bei, die arabischen Ziffern von eins bis neun zu erkennen und in aufsteigender Reihenfolge zu sortieren. Dann zeigten die Forscher den Probanden auf einem Bildschirm die neun Ziffern, die in einem beliebigen Raster auf dem Monitor verteilt waren. Als sie die erste Ziffer berührten, wurden die restlichen durch kleine weiße Vierecke verdeckt. Nun mussten die menschlichen und tierischen Probanden die Vierecke in der durch die Zahlen vorgegebenen Reihenfolge antippen (siehe Video). Die drei Schimpansenjungen waren dabei schneller als die Studenten. Nicht aber die Schimpansenmütter.
    Bei dieser Übung schnitt ein junger Schimpanse namens Ayumu am besten ab. Er war zwar kaum akkurater als die teilnehmenden Studenten, aber deutlich schneller. Ayumu wurde deshalb zu einem zweiten Test herangezogen, bei dem fünf Zahlen auf weißen Quadraten kurz aufleuchteten und wieder verschwanden. Die Aufgabe bestand abermals darin, die Felder in der korrekten Ziffernfolge zu berühren.
    Hier zeigte sich ein bemerkenswerter Unterschied in der Schnelligkeit. Leuchteten die Zahlen sieben Zehntel-Sekunden lang auf, lagen Ayumu und seine studentischen Gegner mit einer Trefferquote von 80 Prozent gleichauf. Je kürzer die Zahlen dann aber gezeigt wurden, desto stärker fiel die Erfolgsquote der Studenten ab - sogar bis auf die Hälfte. Ayumus Trefferquote aber blieb konstant, egal wie kurz die Zahlen nur aufleuchteten.
    Bei den Affen habe sich eine Art fotografisches Gedächtnis gezeigt, erläutert Matsuzawa die Ergebnisse. Vermutlich gebe es hier eine kognitive Fähigkeit, die der Mensch im Laufe der Evolution verloren habe, um andere Fähigkeiten wie die Sprache zu erlernen, erklärt Matsuzawa. Vielleicht war es aber auch eine Frage des Alters, denn ältere Schimpansen wie Ayumus Mutter schnitten schlechter ab als die Studenten. Die Fähigkeit, Bilder in allen Details kurzzeitig im Gedächtnis zu behalten, wird immer wieder auch bei Kindern
    beobachtet, verliert sich jedoch meist mit zunehmendem Alter.
    Der nächste logische Schritt wäre, Ayumu am Computer gegen kleine Kinder antreten zu lassen.
Es wird nicht lange dauern und die Kids in den Volksschulen werden neue Mitschüler bekommen: Affen....
AP/ddp

Freitag, 19. Oktober 2007

Neandertaler und Menschen kommen sich näher

Neandertaler besaßen einen Erbgutabschnitt, der beim modernen Menschen für die Sprachentwicklung zuständig ist. Forscher werten die Entdeckung als Hinweis dafür, dass der einst als tumber Höhlenmensch verrufene Neandertaler ähnlich sprachgewandt war wie Homo sapiens.
Aber sie, also die Forscher, sagen nicht, in welcher Sprache sich die Neandertaler unterhalten haben...

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Schimpansen denken wie Menschen

Das zumindest behaupten Forscher des Yerkes National Primate Research Center an der Emory Universität in Atlanta. Sie haben völlig neue Wege in der Erforschung von Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Menschen und Menschenaffen eingeschlagen. Mit Hilfe von Querschnittsbildern des Gehirns wurde die Gehirnaktivität von Schimpansen berechnet und mit der von Menschen verglichen. Die in der Early Edition der "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Forschungsergebnisse geben dabei einen interessanten Einblick in die geistigen Welten von Mensch und Schimpanse.
Es zeige sich, berichten die Forscher, dass die Denkprozesse von Schimpansen große Ähnlichkeit mit denen von Menschen im Ruhezustand aufweisen. Als Denken im Ruhezustand könne man etwa das intensive Nachdenken über Problemlösungen bezeichnen, veranschaulicht Jim Rilling, Forscher am Yerkes National Primate Research Center. Die Resultate der Studie bezeichnet der Wissenschaftler als besonders signifikant, da sie sowohl für die Einzigartigkeit des Menschen als auch für dessen Naheverhältnis zu seinem engsten lebenden Verwandten, dem Schimpansen, Zeugnis ablegen. Man konnte unter anderem feststellen, dass die Gehirnaktivitäten in bestimmen Regionen bei beiden Versuchsgruppen ähnlichen Mustern folgen. Dies trifft insbesondere auf jene Bereiche zu, die für die Reflexion des eigenen sowie des Geisteszustandes anderer zuständig sind. Aber auch Unterschiede wurden gefunden. So finden sich jene Bereiche des Gehirns, die für Sprache und Bedeutungsverständnis zuständig sind, nur beim Menschen.
Das Forscherteam nutzte im Rahmen seiner Arbeit die Technik der Positron-Emissions-Tomographie (PET). Darunter versteht man ein bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, das Schnittbilder von lebenden Organismen erzeugt, indem es die Verteilung einer schwach radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) im Organismus sichtbar macht und damit biochemische und physiologische Vorgänge abbildet.
Es darf gehofft oder gefürchtet werden, dass Schimpansen demnächst zu Führungskräften ausgebildet werden.

Dienstag, 15. Mai 2007

Brutale Affen

So gross, wie von den Wissenschafter in den letzten Monaten ausgeführt, kann die Ähnlichkeit zwischen Menschen und Affen doch nicht sein.
    Sechs Weibchen einer lokalen Gruppe attackieren ein fremdes Weibchen, das einen etwa eine Woche alten Säugling auf dem Bauch trägt. Als das Opfer nach einer Verletzung zu fliehen versucht, nehmen die Angreiferinnen die Verfolgung auf, stellen das Weibchen und trennen es nach einem weiteren heftigen Kampf von seinem Jungtier. Anschließend tötet eines der ortsansässigen Weibchen das Junge mit einem Biss in den Kopf.
    Dass weibliche Schimpansen derart brutal vorgehen, war auch den schottischen Primatenforschern um Simon Townsend von der University of St. Andrews neu. Gleich in mehreren Fällen haben die Forscher in Uganda beobachtet, wie Gruppen von Weibchen einen fremden Säugling töteten. In zwei weiteren Fällen habe man eindeutige Hinweise auf ein solches Verhalten gefunden, schreiben der Biologe und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Current Biology" (Bd. 17).
    Zwar hatte bereits die berühmte Schimpansenforscherin Jane Goodall in den siebziger Jahren über ähnliche Fälle berichtet, sie jedoch als krankhaftes Verhalten der beiden betreffenden Weibchen interpretiert. Die neuen Beobachtungen deuteten nun darauf hin, dass solche Kindstötungen keineswegs Einzelfälle seien, schreiben Townsend und sein Team.
    Die Tötungen waren keine Begleiterscheinung von Aggressionen durch Männchen, berichten die Forscher - im Gegenteil: In einem Fall hatte eines der älteren Männchen vergeblich versucht, die Kämpfenden zu trennen. Auch die Beteiligung Fremder konnten die Forscher ausschließen. Es müsse sich daher um ein natürliches Verhaltensmuster der Weibchen handeln.
    Da in zwei Fällen Weibchen beziehungsweise deren Jungtiere, die nicht zur Gruppe gehörten, Ziel der Angriffe waren, dienten die Aggressionen der Weibchen möglicherweise dazu, die Konkurrenz um Futter und Paarungspartner zu verringern. Diese hatte in der beobachteten Gruppe in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen, da ungewöhnlich viele Weibchen mit ihren Jungtieren zur Gruppe gestoßen waren. Dadurch verschob sich das Geschlechterverhältnis Männchen zu Weibchen von 1:1 auf 1:3. Die Ergebnisse zeigten, dass die Fähigkeit, bewusst tödliche Angriffe herbeizuführen, nicht wie bislang angenommen eine rein männliche Eigenschaft sei, sondern unter bestimmten Bedingungen auch bei Weibchen vorkommen könne.
ddp

Samstag, 5. Mai 2007

Affigmenschliche Affenliebe

Ich liebe Tiere und tue alles für deren Wohl und Schutz, aber ich mag Menschen, insbesondere militante Tierschützer, die meinen Tiere vermenschlichen zu müssen, nicht; noch weniger mag ich Politiker, die den militanten Tierschützern nachgeben, weil gerade Wahlkampf ist... Und dafür"In Bremen treiben Tierschützer einen Hirnforscher in die Enge ohne zu bedenken, dass Affen für die Hirnforschung bislang unersetzlich sind. Viele Parkinson- und Epilepsiepatienten profitieren von den sogenannte Tiefenhirnstimulation"fehlt mir jedes Verständnis.

Dienstag, 1. Mai 2007

Personenrecht für Schimpansen

Primatologen haben zusammen mit Tierschützern versucht, einen Antrag auf Vormundschaft für den Schimpansen 'Hiasl', den Schimpansen Grundrechte zu sichern. Beim Bezirksgericht Mödling sind sie mit ihrem Antrag abgeblitzt.
'Hiasl' ist 1982 in Sierra Leone geraubt worden und sollte nach Österreich geschmuggelt werden. Der Zoll ihn entdeckt. Jetzt lebt er in Oesterreich, wo er von einer Frau betreut und nach wissenschaftlichen Maßgaben beschäftigt wird. Die Betreuerin will 'Hiasl' rechtskräftig tätig werden dürfen und ihn damit ins Recht versetzen, damit er nicht mehr auf Gnadenbrot angewiesen ist. Würde er ins Recht versetzt, könnte er zwar Ansprüche auf Unterhalt stellen, aber auch abgeschoben werden.
Weil der 'Hiasl' nicht ohne Hilfe leben kann, ist der Verein gegen Tierfabriken für die Frau, die "sachwalten" will, vor Gericht gegangen. "Wir wollen, dass ,Hiasl‘ als Person anerkannt wird“, allerdings als eine, die selbst nicht handeln kann und deshalb "besachwaltet" werde. Man bleibe ihm Rahmen der geltenden Gesetze, wo nirgends etwas davon stehe, "dass ein Schimpanse keine Person sei kann."
Zwar steht im Gesetz auch nichts von Schimpansen, aber Balluch vom VGT sieht den Personenbegriff im Recht so weit gezogen, dass der 'Hiasl' dazu gehört; er argumentiert mit Kant, der gesagt hat "Person" sei, wer andere Personen erkennen könne – und sich selbst.
Und das kann der 'Hiasl', man hat ihm einen Spiegel gegeben und getestet.
"Er ist als Person zu sehen", beharrt Balluch. Die Richterin sei seiner Meinung, meint Balluch aus deren Begründung zu entnehmen: "Ich meine, dass das Sachwalterrecht für die Verbesserung der rechtlichen Situation von Menschenaffen NICHTS BRINGEN KANN. Anzustreben wären eigene gesetzliche Regelungen, für deren Zustandekommen das Bezirksgericht Mödling jedoch nicht zuständig ist.“
Dann werden sich die Ethiker, Juristen und Gesetzgeber aller Länder wohl mit einem Personenrecht für Schimpansen auseinander setzen müssen.
[ein Artikel zum Thema findet sich auch hier]

Freitag, 23. Februar 2007

Schimpansen jagen mit Waffen

Sie werden immer menschenähnlicher, die Schimpansen...
Für die Jagd nach kleinen Halbaffen fertigen sich Schimpansen im Senegal spitze Speere und versuchen, ihre Beute in deren Schlafhöhle zu erstechen. In mindestens einem der beobachteten Angriffe hatte ein Weibchen Erfolg mit dieser Strategie, berichten Forscher um Jill Pruetz von der Iowa State University im Journal «Current Biology».
Demnach jagen die Schimpansen in der senegalesischen Region Fongoli systematisch mit Speeren. Zwar sei nur einer von 22 beobachteten Versuchen erfolgreich gewesen, das Anfertigen und Nutzen von Speeren sei aber verbreitet und scheine eine Gewohnheit zu sein. Meist griffen die Weibchen zu dieser Waffe.
Zunächst brachen die Tiere (Pan troglodytes versus) einen Ast vom Baum, dann entfernten sie die Seitenäste und spitzten schließlich ein Ende mit den Schneidezähnen an, berichtet die Gruppe um Pruetz. Derart ausgestattet suchten die Schimpansen nach Schlafhöhlen von Galagos (Galago senegalensis). Diese nachtaktiven, rund 200 Gramm schweren Halbaffen mit buschigem Schwanz werden auch «Buschbabys» genannt, weil ihre Laute dem Weinen eines Babys ähneln.
Fündig geworden, rammten die Schimpansen den Speer mit kräftigem Schwung mehrfach von oben in die Schlafhöhle, berichteten die Forscher von ihren monatelangen Beobachtungen. Ziel dieses Vorgehens sei es offensichtlich, die Beute zu verletzen oder zu töten. Nach dem Zustoßen zogen die Schimpansen den Speer wieder heraus, manchmal, um daran zu lecken oder zu riechen. Daraufhin steckten sie die Hand in die Höhle, um nach der Beute zu greifen.
Erweitert wurde der Eingang zur Schlafhöhle von den Schimpansen stets erst nach dem Stochern mit dem Speer und dem mutmaßlichen Tod der Beute - Galagos sind flinke Kletterer und könnten sonst entkommen. Auch dies deute darauf hin, dass der spitze Stab eher als Speer denn als Werkzeug zum Aufschrecken diene, erklären die Biologen.
Das Anfertigen einer solchen Waffe brauche Voraussicht und Intellekt, der für gewöhnlich nur frühen Verwandten des Menschen wie etwa dem Urmenschen Australopitecus zugebilligt werde, heißt es in dem Journal. Die ältesten bekannten Speere des Menschen seien 400 000 Jahre alt und damit etwa zwei Millionen Jahre jünger als die ersten Hinweise auf den Gebrauch von Steinwerkzeugen bei Frühmenschen.
Die nun gemachten Beobachtungen bei den Schimpansen - sie sind die nächsten Verwandten des Menschen - bestätigten die Annahme, dass das Stechen mit spitzen Stöcken und das Werfen von Steinen vor rund sechs Millionen Jahren zu den ersten Jagdmethoden der Frühmenschen gehörten, schreiben die Forscher.
Bislang war bekannt, dass Schimpansen harte Nüsse mit Steinen knacken und mit langen Stöcken nach Ameisen oder Termiten angeln. Zudem machen die Tiere in Gruppen Jagd auf die viel auf die viel schwächeren und kleineren Stummelaffen - allerdings ohne Speere.

shz

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anaximander - 5. Dez, 07:56
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rodino - 5. Dez, 06:45
Das Ende der Konkordanz
Die Natels der Parlamentarier laufen heiß. Egerszegi...
anaximander - 4. Dez, 23:30
Wo?
Ich trage einen Hut - es regnet
anaximander - 4. Dez, 23:26
Zeit für
eine Revolution? - Eigentlich schon, wenn man bedenkt,...
anaximander - 4. Dez, 23:25
Aber bitte nur mit Kopftuch...
Aber bitte nur mit Kopftuch auftreten.
Gris-Gris - 4. Dez, 23:24
Yep, es
ist entsetzlich, wie Forschungsgelder verschleudert...
anaximander - 4. Dez, 23:23
Und morgen gibt es dann
Buttermarken, Brotmarken, Fleischmarken, Fernsehgutscheine,...
Gilbert-rgbm - 4. Dez, 22:58
Der war auch vorher schon...
Das Buch von Benz/Bermann, Vorurteil und Völkermord,...
Gilbert-rgbm - 4. Dez, 22:50
Ich bin doch
immer auf der Seite der Schwächeren...
anaximander - 4. Dez, 22:28
Jetzt mache ich dir dann...
Jetzt mache ich dir dann gleich ein Kompliment, anaximander....
Gris-Gris - 4. Dez, 20:53

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