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Near East

Mittwoch, 2. Mai 2012

Houshang Asadi: Irans Führer will Westen zerstören

Kaum jemand kennt Irans Regime so gut wie Houshang Asadi. Er hat mit Ajatollah Ali Chamenei eine Zelle geteilt. Jetzt organisiert er aus dem Exil den Aufstand gegen den einstigen Zellengenossen. Im Interview erklärt Asadi, warum er immer noch an die grüne Revolution glaubt und wozu Teheran die Atombombe haben will.
    "Ich weiß genau, wie Chamenei denkt, was er vorhat. Er will die westliche Kultur zerstören und die islamische Kultur etablieren, so wie er sie versteht. Wie die meisten iranischen Aktivisten befürchte auch ich, dass sich der Westen zu stark auf das iranische Atomprogramm konzentriert. Das Thema Atompolitik ist natürlich sehr wichtig, doch das Hauptproblem des Iran ist seine fundamentalistische Regierung. Wir nennen sie die schiitischen Taliban. Sie sind gegen die Einhaltung der Menschenrechte, gegen alles Moderne, gegen die westliche Kultur."

Brief aus Sderot an Günter Grass

"Sehr geehrter Herr Grass,

als Antwort auf Ihr letztes Gedicht hat der israelische Innenminister, Eli Yishai, Sie zur Persona non grata erklärt. Obwohl ich Yishais Empfindungen nachvollziehen kann, die ihn zu dieser Entscheidung geführt haben, hätte er es als Ihrer Bildung förderlich erachten können, wenn Sie Israel besuchen würden, insbesondere die Kleinstadt Sderot, in der ich lebe und schreibe. Nur zu gerne würde ich Ihnen Sderot auf einem allgemeinbildenden Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten zeigen. Es könnte Ihnen gut tun! Sie sind besorgt über das, was Israel dem Iran antun könnte, und ich werde Ihnen zeigen, was der Iran uns in Israel bereits angetan hat, durch seinen Verbündeten, die Hamas.
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Quelle

Montag, 23. April 2012

Der zionistische Staat Israel

Die israelische und arabische Seite führen den Nahost-
Konflikt oft pragmatischer, als es scheint, schreibt Götz Aly.
Bis die nahöstlichen Konfliktparteien zum Frieden finden,
können weitere Jahrzehnte vergehen. Auch das wäre im
geschichtlichen Vergleich keine lange Zeit. Die Europäer
müssen diplomatisches Fingerspitzengefühl und Geduld
zeigen – deutscher Moraldünkel hilft niemandem.
E.S.

Freitag, 20. April 2012

Israel als falsches Feindbild

Wer Israel zum Verzicht auf Atomwaffen drängt, verkennt: Statt friedensgefährdend zu wirken, hat Israels Nuklearpotenzial den Nahen Osten jahrzehntelang stabilisiert. Das wahre Risiko ist der Iran, schreibt Richard Herzinger.
E.S.

Sonntag, 15. April 2012

Tappt der Westen in Irans Falle?

Es sieht durchaus so aus: der Westen tappt bereitwilligst in die Falle, die ihm der Iran im Atomstreit aufgestellt hat. Auf diese Weise, schreibt Richard Herzinger, erweitert der Westen die Chancen auf einen großen Krieg in Nahost.
E.S.

Freitag, 13. April 2012

Frühling der Islamisten

Was wir von Anfang an befürchteten, wird Realität: Der vom Westen hochgejubelte arabische Frühling wird zu einem Frühling der Islamisten. Martina Döring interviewt den Nordafrika-Experten Hanspeter Mattes.

Donnerstag, 12. April 2012

Günter Grass, ein Gedächtnis-Agent?

Avi Ben-Chamo schreibt über Günter Grass und die Diskussion über die "richtige Kritik an Israel".
    Wir sind Gedächtnis-Agenten, deren Aufgabe es ist, den Rest der Welt zu jeder Zeit - sei es Smalltalk, Tischgespräch oder eine große Diskussionrunde - daran zu erinnern, was den Juden passiert ist; im Holocaust oder in den Kriegen, oder einfach daran, dass alle Welt die Juden hasst. Wenn sie es nicht wissen sollten, ich bin da, um sie daran zu erinnern.
    Wir müssen uns erinnern - ohne Frage -, aber wir müssen auch lernen zu vergessen. Wir müssen lernen, Kritik von anderen zu ertragen, ohne sofort davon auszugehen, dass sie uns schaden wollen. Wir sollten lernen, Menschen wie Günter Grass reden zu lassen, ohne ein Drama daraus zu machen. Denn das Drama ist manchmal gefährlicher als es die Worte sind. Auch Günter Grass ist gefangen. Auch er ist ein Gedächtnis-Agent, geformt von den Symbolen seiner Kindheit, wie jeder andere Mensch auch. Es ist diese Funktion, die uns immer wieder die Möglichkeit nimmt, miteinander zu reden und einander zu verstehen.

Dienstag, 10. April 2012

Erdogan droht Syrien mit Krieg

In Syrien sollte, wenn es nach Kofi Anan gegangen wäre, Waffenruhe herrschen. Doch gestern wurden offenbar Schüsse aus Syrien auf ein Flüchtlingslager in die Türkei abgegeben. Dies liefert dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan ein zusätzliches Argument, einzugreifen und türkische Soldaten nach Syrien zu schicken, um eine Schutzzone im Norden Syriens einzurichten. Damit droht der "Krieg der syrischen Rebellen" zu eskalieren. Die Türkei ist Mitglied der Nato und wenn sie eingreift, wird sie auf Unterstützung des Militärbündnisses pochen. Damit wäre die Nato in einen weiteren Konflikt im Nahen Osten involviert.
Erdogan will nach seiner Rückkehr aus China nach Saudi Arabien reisen; er hofft auf Unterstützung der Golf-Staaten.
Ob Günter Grass jetzt ein Gedicht über die Türkei, die einen Flächenbrand zu entfachen droht, schreiben wird, ist fraglich.

Dienstag, 3. April 2012

Iran hat Nuklearsprengkopf

Ein Iranischer Atomunterhändler namens Hossein Mousavian, ehemaliger Botschafter in Deutschland, schreibt in einer amerikanischen Zeitung, der Iran habe seit 2002 die Fähigkeiten, einen Nuklearsprengkopf zu bauen. Damit hat Iran zum ersten Mal zugegeben, ein Atombombenprogramm zu verfolgen - und kaum jemand hat es bemerkt.
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Montag, 2. April 2012

Reaktionärer Umsturz in Ägypten

In der Neuen Zürcher Zeitung hat die ägyptische Bloggerin und Autorin Ghada Abdelaal einen ebenso resignierten wie alarmierenden Artikel über die Lage in Ägypten veröffentlicht. Angesichts der Verkehrung der Freiheitsintentionen, die idealistische Enthusiasten anfangs mit dem Sturz der maroden Diktatur Mubaraks verbunden hatten, in ihr Gegenteil gehe, so Abdelaal, den Verteidigern von Demokratie und Menschenrechten nun noch die letzte Waffe verloren, auf die sie sich im Kampf gegen die alte Unfreiheit hatten verlassen können: das Lachen. Das fassungslose Entsetzen, das Ghada Abdelaal ergriffen hat, ist eben jenes, welches sich stets bei Zeitgenossen eingestellt hat, die Zeugen der Entstehung eines totalitären Monstrums wurden, das sich unwiderstehlich einer ganzen Gesellschaft bemächtigt und diese mit sich in den Abgrund des Irrsinns einer aggressiven, vollendeten Irrationalität reißt.
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E.S.

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