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Presse

Mittwoch, 16. Juni 2010

Christa Markwalder für Zensur

Im Club vom Dienstag, dem 15. Juni 2010 war die Rede von der Tribune de Genève und der Veröffentlichung der Polizeiaufnahmen von Hannibal Gadaffi. Der Chefredaktor der Tribune, Pierre Ruetschi, erklärte, die Aufnahmen seien im Zusammenhang mit dem Titel "Demütigungen" veröffentlicht worden. (Es wird sich kaum jemand finden, der die Veröffentlichung der Polizeifotos von Hannibal als gescheit bezeichnen wird, vor allem, vor allem wegen der Situation, in der Göldi und Hamdani damals steckten.)
Christa Markwalder griff Rüetschi sofort an, man dürfe so etwas, wie die Veröffentlichung von Polizeifotos jemandem aus einem anderen Land, einem anderen Kulturkreis nicht zumuten, man hätte die Veröffentlichung unterlassen oder unterbinden müssen - blabla.
Mit anderen Worten: Es besteht der Verdacht, dass Christa Markwalder jede Kritik an Menschen aus anderen Kulturkreisen unterbinden würde. Das wäre das Aus für die Pressefreiheit. Aber die freisinnige Partei der Schweiz ist ja bekannt dafür, dass sie das Leben der BürgerInnen regulieren will. Und die Pressezensur passte genau in das Bild, das die FDP von sich entwirft.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ade Pressefreiheit in der EU

Europa läuft Gefahr, seine langjährige Vorbildfunktion in der Presse- und Internetfreiheit zu verlieren. Einige EU-Staaten werden bereits von Demokratien in Afrika oder Lateinamerika überholt.
Die Journalistenorganisation "Reporter ohne Grenzen" (ROG) ist wegen der Entwicklung der Pressefreiheit in Ländern wie Frankreich und Italien in Sorge. In der jüngsten weltweiten Rangliste der Pressefreiheit seien etliche europäische Staaten deutlich abgerutscht, teilte die Organisation in Paris mit.
In Italien, aber auch in Spanien und in Balkanstaaten wie Kroatien werden demnach Journalisten immer noch mit Gewalt bedroht. In Frankreich sei es in den vergangenen Monaten wieder zu Festnahmen und Ermittlungen gegen Reporter gekommen.
Selbst mit der Schweiz geht es abwärts, das hat das jüngste Urteil des Menschenrechtshofes bewiesen.

Freitag, 9. März 2007

Die Leser-Reporter

Weil Journalisten nicht so recht wissen, wie sie die Leser-Reporter, die sie mit Beiträgen und / oder Fotographien versorgen, einstufen sollen, hat man das Traktandum "Leser-Reporter" auf dem European Newspaper Congress in Wien breitgetreten.

Donnerstag, 8. März 2007

Kaum Pressefreiheit in Russland

Die 23-jährige Irina Vorobeva, die für einen staatlich kontrollierten Sender tätig war, wurde gefeuert, weil sie in einem Interview über die Brutalität bei der Exekutive gesprochen hatte. Konkretes Thema und Anlass ihrer Kritik war das Vorgehen der Polizei während einer Demonstration gegen den Kreml, berichtet der Guardian. Angesichts der derzeitigen Situation, in der sich die russische Medienlandschaft befindet, kommt die Entlassung der Journalistin kaum überraschend.
"In Russland wird es immer gefährlicher zu sagen und zu schreiben, was Sache ist. Mittlerweile gibt es nur noch wenige unabhängige Medien", sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen (ROG) in Österreich, im Gespräch. Der Großteil der russischen Medien befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Die Anti-Kreml-Demo bekam so gut wie keine Medienpräsenz. Die betroffene Irina Vorobeva gab schließlich, nachdem ihr selbst verboten worden war zu berichten, ein Interview im unabhängigen Radio Echo Moskvy.
Die Journalistin beschrieb dabei, was sie auf der Demonstration gesehen hatte: Spezialeinheiten, die eine alte Frau schlugen und einen weiteren Demonstranten über eine Fensterbank stießen, so dass dieser zwei Meter in die Tiefe stürzte. Als Vorobeva nach diesen Schilderungen zu Wochenbeginn wieder in ihr Büro kam, folgte die Entlassung. Offiziell erklärte der Vorgesetzte den Rauswurf damit, dass sie einem Konkurrenzsender ein Interview gegeben und damit gegen geltende Regeln verstoßen habe.

Freitag, 5. Mai 2006

Der Blick - unbarmherzig geifernd

Aushang, neben Aushang - unübersehbar ins Blickfeld der Passanten gerückt, die Titelseite der heutigen Ausgabe des Blick das Bild eines ernst blickenden Augenpaars, darunter "Die Augen des Mörders". Beim Lesen des Titel muss ich laut gestöhnt haben. Neben mir fragte eine Stimme "kann ich helfen?". - "Danke," sagte ich, "leider nicht, es sei denn Sie hätten das Recht nicht-denkende Chefredaktoren abzusetzen." - "Das," mischte sich eine weibliche Stimme ein, "hab ich mir beim Anblick dieses Bildes auch gewünscht..."
Beim Blick muss ein Chefredaktor das Sagen haben, der nicht über das, was in seiner Zeitung publiziert wird, nachdenkt. Er muss unbarmherzig sein, ohne jedes Mitleid. Er darf gar nicht versuchen, sich in die Lage seiner Opfer und deren Angehörigen zu versetzen. Er muss hart sein, skrupellos - bar jeden Gewissens.
Dass Stadler einen kleinen Sohn hinterlässt und Eltern - Menschen, die ihm nahestanden, beschäftigt ihn nicht. Er fragt nicht nach dem Grund, der Ursache für diese Bluttat.... - Dass es vielleicht Menschen von seinem, des Chefredaktors, Schlag sind, die andere gedankenlos in den Wahnsinn treiben, lässt ihn kalt.

Mittwoch, 1. Juni 2005

Deutschschweizer Presse und Ständerat Lombardi

Er ist einer der wenigen guten Politiker; er lügt nicht, ist nicht korrupt, versteht tatsächlich sehr viel von Politik und vertritt die Interessen des Kantons Tessin mit viel Engagement und Vehemenz. ABER er hat eine eigene Meinung, ordnet diese der CVP Meinung nicht unbedingt unter, eckt hin und wieder an...
und - welch ein gravierendes Verbrechen in den Augen der deutschschweizer Presse -
er wurde zweimal mit mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut und drei oder viermal wegen Fahrens mit zu hoher Geschwindigkeit (max. 15 km/h) erwischt. Lombardi hat daraus kein Geheimnis gemacht; er ist ehrlich, gibt seine Fehler zu und hat jetzt seinen Fahrausweis freiwillig abgegeben.
Die Bünzlis und Spiesser unter den Politikern, die nie einen Fehler machen, voten dafür, dass Lombardi seinen Ständeratssitz abgibt und die deutschschweizer Presse kennt keine anderen Sorgen mehr; sie scheint jetzt erreichen zu wollen, dass Lombardi seinen Ständeratssitz räumt - aus moralischen Gründen. Die Journis heben die Grenze zwischen "Privat" und "Öffentlich" auf; sie stehen wohl allesamt für die Tyrannei des Privaten...

Dienstag, 3. Mai 2005

Ein höllisches Jahr für Journalisten

Im Jahr 2004 wurden 53 Journalisten bei der Ausübung ihres Berufes getötet. Zum internationalen Welttag der Pressefreiheit hat Reporter ohne Grenzen - Reporters sans Frontiers - diesen Bericht noch einmal in Erinnerung gerufen. 107 Reporter sollen im vergangenen Jahr verhaftet worden sein. Das Jahr 2005 hat nicht viel besser angefangen: In den ersten vier Monaten dieses Jahres zählte man bereits 21 getötete Journalisten.
Der Hauptfeinde der Pressefreiheit ist die Selbstzensur; die Organisation RSF will diese bekämpfen; sie ermutigt Journalisten, sich für die Wahrheit - was auch immer man darunter dann verstehen mag - in der Berichterstattung einzusetzen. Konzerne und Einzelpersonen sollen sich vermehrt für freie Kommunikation einzsetzen.
Der von der UNESCO ins Leben gerufene Welttag der Pressefreiheit existiert seit 1993 und bezieht sich auf die Erklärung von Windhoek von 1991, in der eine unabhängige, pluralistische und freie Presse als fundamental für die Entwicklung demokratischer Gesellschaften definiert wird.

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