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Türkei

Freitag, 18. Mai 2012

Türkei: Vogel aus Israel ist Spion

Sie leiden, die Türken, sie leiden sehr, vor allem an Verfolgungswahn. Das zeigt die neuste Meldung aus der alarmierten Türkei, wie Leeor Engländer berichtet: Das türkische Landwirtschaftsministerium hat dem Geheimdienst einen Bienenfresser übergeben, der mit einem Ring, der die Aufschrift "Israel" trägt, gekennzeichnet ist.
E.S.

Mittwoch, 28. März 2012

Türkei kämpft mit Adolf Hitler gegen Schuppen

Boris Kálnoky berichtet, dass im türkischen Fernsehen für ein Männershampoo mit Adolf Hitler als Werbefigur geworben wird. Adolf Hitler steht in der Türkei für Männlichkeit, darum löst der TV-Spotin der Türkei vergleichsweise wenig Aufregung aus.
    In der Türkei herrscht spätestens seit dem Bruch der islamisch geprägten AKP-Regierung mit Israel ein Trend zu immer stärkerem Antisemitismus. Aber schon davor schafften es diverse Piratenversionen von Hitlers "Mein Kampf", die Bestsellerlisten anzuführen. Umfragen ergaben, dass Türken ungerne neben Juden wohnen würden.
Recep Tayyip Erdogan verleugnet seine ursprüngliche politische Heimat, die Milli Görüs-Bewegung, nicht; sie gibt sich in der Türkei unverhüllt antisemitisch - und so steigt Erdogans Ansehen unter den Türken, wenn er gegen Israel poltert.
[ mehr ]

Dienstag, 24. Januar 2012

Erdogans "Massaker an der Meinungsfreiheit"

Weil Frankreich die Leugnung von Völkermorden, worunter auch die Leugnung des Genozids an den Armeniern fällt, unter Strafe stellt, tobt Recep Tayyip Erdogan.
    „Das ist ganz klar ein Massaker an der Meinungsfreiheit“, sagte er vor laufenden Fernsehkameras. Konkrete Schritte zu den von seiner Regierung angekündigten Sanktionen gegen Frankreich nannte er am Dienstag in Ankara vor Politikern seiner islamisch-konservativen Regierungspartei AKP aber nicht.

Freitag, 20. Januar 2012

Türkei fit für Europa?

Die Türkei will demonstrieren, dass sie fit ist für den EU-Beitritt; der unbekannte jüdische Sänger Can Bonomo soll die Türkei in Baku vertreten. Die Islamisten protestieren; sie bemängeln vor allem, dass die überwiegend muslimische Türkei beim Eurovisions-Wettbewerb von einem Juden vertreten werde. Doch der türkische Staatssender bleibt hart; man will beweisen, dass man EU-beitrittswürdig ist...
E.S.

Dienstag, 10. Januar 2012

"Die neue Aufklärung kommt aus dem Osten"

Der Soziologe Ali Akay sieht im Modell von Erdogans AKP das Konzept für die Zukunft. Im Interview mit Ingo Arend erklärt er:
    "Meiner Ansicht nach sind wir in einer Situation wie im 12. Jahrhundert, das einige Historiker als die Aufklärung des Mittelalters ansehen. Wie damals gehen heute Urbanisierung und Theologie Hand in Hand. Und der Geist des Arabischen Frühlings ist offen für diese Transformation des muslimischen Denkens. Die Dualität von Wirtschaft und Religion ist das große Thema des 21. Jahrhunderts. Ich glaube, die neue Aufklärung kommt aus dem Osten, aus den muslimischen Staaten. Sie haben Geld, sie mögen Technologie, Luxus, Müßiggang und Religion, die Kunst wird interessant. In Qatar werden zehn neue Museen gebaut. Was dort entsteht, ist ein neues Bagdad."

Die türkischen Machtfantasien

Wenn sich Recep Erdogan ein Ziel vorgenommen hat, heiligt dessen Erreichen jedes Mittel. Gegenwärtig spielt er mit dem Hass in Nahost auf Israel. Clemens Wergin beobachtet das Verhalten des türkischen Ministerpräsidenten und hält in seinem Essay fest:
    Die Türkei bietet nun zweierlei an: Sie geriert sich als starker antiisraelischer Player in einer Region, in der die meisten arabischen Staaten sich stillschweigend längst mit Jerusalem arrangiert haben. Erdogan offeriert den antiisraelischen Strömungen einen Jungbrunnen und neuen Fixpunkt. Dazu kommt ein attraktives Gesellschaftsmodell für eine arabische Jugend, die ihre Diktaturen überwinden will, die aber mit dem forcierten Säkularismus europäischer Nationen wenig anfangen kann.
    Europa träumt immer noch davon, dass die Türkei als Brücke in den Orient dienen könnte. Tatsächlich wird die Türkei gerade zum strategischen Konkurrenten, die ihre Mischform aus Islam und westlicher Demokratie nicht nutzen will, um den Einfluss des Westens in der islamischen Welt zu fördern, sondern um selbst in das Vakuum zu stoßen, das eine zunehmend auf Entflechtung von der Welt setzende westliche Führungsmacht in der Region hinterlässt.

Freitag, 23. Dezember 2011

Erdogan bezichtigt Frankreich, Hass gegen Muslime zu schüren

Erdogan will Frankreich erpressen - und scheut vor nichts zurück. Weil Frankreich das Leugnen des Genozids an den Armeniern durch die Türken unter Strafe stellen will, erachtet Erdogan es als notwendig, Frankreich vorzuwerfen, es schüre den "Hass gegen Muslime und Türken".
Für Erdogan ist das Leugnen des Völkermords an den Armeniern staatsmännisch.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Türkei mischt sich in Frankreichs Gesetzgebung

Das hat gerade noch gefehlt: der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan will verhindern, dass der Genozid der Türken an den Armeniern in Frankreich nicht mehr geleugnet werden darf. Weil Frankreich nicht bereit ist, auf die türkische Einmischung in die französische Gesetzgebung einzugehen, dürfen französische Militärflugzeuge nicht mehr auf türkischen Flughäfen landen und französische Armeeschiffe nicht mehr türkische Häfen ansteuern. Auch gemeinsame Manöver wurden abgesagt. Der türkische Botschafter in Frankreich wurde nach Hause zitiert.
Ist der

Samstag, 19. November 2011

Das vergessene Massaker an den Aleviten

Dersim 1938 - die türkische Armee meuchelte 70.000 Aleviten. Dank einiger beherzter Privatpersonen konnte der Völkermord dem Vergessen entrissen werden, schreibt Helga Hirsch und erinnert daran, dass die Adoptivtochter von Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk, Sahiba Gökçen, im Cockpit eines Flugzeuges saß und die Dörfer mit Genuss bombardierte.
E.S.

Montag, 7. November 2011

Genozid an den Armeniern - die schwarzen Löcher der Türkei

Regina Mönch berichtet von den in der Türkei inhaftierten Intellektuellen. Sie werden ins Gefängnis geworfen, weil sie sich öffentlich umt dem Völkermord an den Armenier befassen. Als der türkische Ministerpräsident Erdogan Deutschland bereiste, hätte auch der Verleger Ragip Zarakolu nach Deutschland kommen sollen, weil er sich um eben diesen Völkermord an den Armeniern verdient gemacht hat.
    Doch der hochangesehene Intellektuelle aus Istanbul, dessen Bücher Erdogans Zensurbehörde immer mal wieder verbieten lässt, erreichte sein Flugzeug nicht. Er wurde verhaftet. Zarakolu sollte in Berlin und am Potsdamer Lepsiushaus Vorträge halten über die türkische Zivilgesellschaft und ihre Haltung zum Völkermord an den osmanischen Armeniern 1915. Anders als früher werden Aktivisten wie Zarakolu nicht mehr wegen Beleidigung des Türkentums verfolgt, sondern nach den diffusen Bestimmungen der Anti-Terror-Gesetze. Die Polizei beschlagnahmte in seiner Wohnung Bücher und Manuskripte zum Armeniermord und zur Christenverfolgung im Osmanischen Reich. In einem Brief an die Potsdamer Konferenz erklärt Zarakolu, seine Verhaftung sei Teil einer Einschüchterungskampagne gegen Intellektuelle und Demokraten in der Türkei.

Wer suchet, der...

 

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