Seit in diesem Land jeder Einwohner bei der obligatorischen Krankenkasse gegen Fußpilz und Kopflaus, Neurose, Schnupfen, Hypochondrie und Augenwischerei versichert ist, steigen die Prämien nur noch an. Unsere Politiker lässt das mehr oder weniger kalt; wenn ihnen das Geld ausgeht, erhöhen sie die Steuern, führen neue Gebühren ein und wenn das auch nicht reicht, führen sie Abgaben für das Ein- und Ausatmen ein.
Seit 2004 liegt ein Vorschlag in Form von einer Volksinitiative in den Schubladen der Räte, der verlangt, dass der Leistungskatalog der Grundversicherung geschrumpft wird und jeder Einwohner sich seinen Risiken angepasst versichern kann.
Weil es sich um eine SVP-Initiative handelt,
schreien die Räte "Mogelpackung", "Etikettenschwindel" und stimmen ein Huronengebrüll an.
Was sie dazu veranlasst, ist nicht die Sorge um die Bevölkerung oder gar den Einzelnen, sondern einzig und allein die Angst, das Gesundheitswesen würde ihren Klauen entrissen, sie müssten die Macht, die sie heute ausüben können, abgeben. Sie legen Ärzten Daumenschrauben an, indem diesen vollkommen unnötiger administrativer Formularkram aufgebürdet wird. Die 'ärztliche Kunst' eines Hausarztes ist längst unter überflüssigen Vorschriften und Anordnungen begraben.
Der "liberale" freisinnige Ständerat Felix Gutzwiller will einen Gegenvorschlag zur Initiative ausbauen, weiterentwickel und
"die wesentlichen Elemente des regulierten Wettbewerbs in der Verfassung verankern".
Es ist doch wieder einmal typisch: ein Liberaler ruft nach noch mehr staatlicher Regulierung.
Die SVP-Initiative ist nicht das Gelbe vom Ei. Aber immer noch besser als die Regulierungswut, die zum Zuge kommt, wenn die Initiative von den Stimmbürgern abgeschmettert wird.