Wenn die Vertreter von 193 Ländern am UN-Hauptsitz zusammenkommen, um über Geld zu reden, kommt es vor allem, wenn es um Budgetfragen geht, zum Kampfsaufen. Oder beschönigend und zweckmässige: zum taktischen Trinken.
Der UN-Beobachter Colum Lynch zitiert in seinem Blog bei „Foreign Policy“ einen Diplomaten, der die Budgetverhandlungen mit einem Zirkus vergleicht und der von einem Vertreter der G-77-Gruppe (Zusammenschluss von einst 77, heute 132 Entwicklungsländern) sprach, der schlicht zu betrunken für die Gespräche war. „Es gab immer die gute und verantwortungsvolle Tradition, mit einem bisschen Alkohol die Verhandlungen aufzulockern, aber wir reden hier nicht über einen Delegierten, der mal einen Schluck an der Bar nimmt.“
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Eugen Sorg
berichtet über eine Sitzung des von der Schweiz initiierten UN-Menschenrechtsrats und einem Bundesrat Burkhalter, der vor den Delegierten terroristischer Staaten über die Fortschritte der Schweiz in Sachen Menschenrechten berichtete und wie ein beflissener, kleiner Schuljunge vor versammelten Lehrern wirkte.
Danach durften die anderen Uno-Mitgliedstaaten ihre Meinung zur Lage unseres Landes kundtun. 80 Länder nahmen die Gelegenheit wahr, als erstes Mauretanien, dessen Delegierter mit einer verschleierten Kollegin auftrat, und der die Schweiz für ihre Anstrengungen lobte, gegen Hass und Diskriminierung von Minderheiten vorzugehen und die Gleichheit von Mann und Frau zu fördern. Er ermutigte die Schweiz zudem, die „moderne Form der Sklaverei“ zu bekämpfen, ohne zu präzisieren, was er damit meinte – auf jeden Fall nicht die traditionelle Form, für die sein eigenes Land berüchtigt ist.
E.S.
Mit dem vorgeblichen Staat Palästina ist das Illusionstheater
Nahost um ein Kartenhaus reicher. Und Deutschland irrt rat-
los in den Kulissen umher,
kommentiert Richard Herzinger:
Die Anerkennung Palästinas als einen Staat mit Beobachterstatus in den Vereinten Nationen trägt Züge einer Farce - und schreibt zugleich die nicht enden wollende Tragödie des israelisch-palästinensischen Konflikts fort. Durch das Votum der UN-Vollversammlung erfährt die gemeinhin als "gemäßigt" bezeichnete Palästinensische Autonomiebehörde (PA) unter Präsident Mahmud Abbas eine diplomatische Aufwertung, die sie nicht verdient hat - und die sie auf ihrem Irrweg ins politische Abseits noch bestärkt.
Die UNO-Vollversammlung hat ihren Antrag auf Anerkennung als Beobachterstaat mit grosser Mehrheit angenommen. 138 Staaten stimmten der Resolution zu.
Das bedeutet, dass Abbas demnächst, spätestens aber nach den neuen Wahlen, vom Terroristenführer Ismail Hanija abgelöst wird.
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Zum Welt-Diabetes-Tag am Mittwoch, 14. November, macht die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. auf den Zusammenhang zwischen Diabetes und Alzheimer aufmerksam. „Alzheimer wird von Forschern auch ‚Typ 3-Diabetes’ genannt. Die Bezeichnung soll auf die Verbindung von Insulinstoffwechsel und kognitiver Leistungsfähigkeit hinweisen“, schreibt die AFI in ihrer kostenlosen Broschüre „Diabetes und Alzheimer: Risiken kennen und meiden“. Die Alzheimer-Krankheit ist durch einen niedrigen Insulinspiegel im Blut und eine Insulinresistenz im Gehirn gekennzeichnet. Die Schädigung der Blutgefäße im Gehirn ist ein weiterer Faktor, der Diabetes und Alzheimer bestimmt.
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Die UN-Mitarbeiter sitzen gern in ihren teuren Büros und schreiben liebend gern Berichte, die von den UN-Organisationen an ihre Mitgliedsländer verteilt werden, um zu beweisen, wie tüchtig die UN-Leute sind. So
verhält es sich auch mit dem Welthungerbericht. Würde man in den UN-Organisationen das Reden durch Handeln ersetzen, sähe die Welt besser aus.
Barack Obama kommt viel zu spät, um das Versprechen, das er heute vor der UN-Vollversammlung abgeben will, einzulösen. Er sagt - und erinnert dabei an einen Schwätzer -, die USA würden tun, was getan werden müsse, damit die Islamische Republik nicht an Kernwaffen gelange. So zumindest
steht es in den vorab verbreiteten Zitaten aus Obamas Rede vor der UN-Vollversammlung.
Ach, Sie meinen Menschenrechte hätten Gültigkeit auch in der Schweiz für jedermann, jede Frau, jedes Kind? Das war einmal so. Heute ist in der Schweiz eine riesige Umverteilung der Menschenrechte im Gange.
Es gibt Menschen, die sich weder an schweizerische Gesetze noch an die Verfassung halten und denen werden viele Menschenrechte zugesprochen, zum Beispiel das
Menschenrecht zu brandschatzen,
zu plündern,
zu stehlen,
zu räubern,
zu zerstören,
zu vergewaltigen,
auszubeuten,
zu übervorteilen,
zu prellen,
zu täuschen,
zu betrügen,
auszumerzen,
zu erschlagen,
zu ertränken,
zu erwürgen,
zu vernichten,
abzuknallen,
zu meucheln,
zu schlachten,
zu steinigen,
zu massakrieren,
zu zertreten
etc., etc.
Und all jene, die sich an die Gesetze und die Verfassung der Schweiz halten, haben das Menschenrecht, dies alles klaglos und ohne jedes Aufmucken zu ertragen - und zu finanzieren.
Henryk M. Broder
berichtet über die Image-Probleme des UN Hauptquartiers in New York.
Die Vereinten Nationen haben, nicht erst seit gestern, ein Image-Problem. Zum einen sind zwei Drittel der 193 Mitgliedstaaten alles Mögliche – nur keine Demokratien. Was vor allem bei Diskussionen und Entschließungen über Menschenrechte dazu führt, dass die Stimmen von Saudi-Arabien, Nordkorea und Zimbabwe genauso viel zählen wie die von Holland, Dänemark und Deutschland.
E.S.
Die Unesco besteht aus reisefreudigen Herren, die ihren Knechten vorschreiben, was sie noch verändern dürfen und was nicht. Kein Wunder, dass der Schriftsteller Karl-Heinz Ott gern in Erfahrung
bringen würde, nach welchen Kriterien die Unesco eigentlich arbeitet.
"Inzwischen, so hat man den Eindruck, kann es gar nicht mehr schnell genug gehen, an allen Ecken und Enden einzigartige Denkmäler und Landschaften auszumachen. Geht es so weiter, dann dauert es nicht mehr lange, bis die halbe Welt sich in ein historisches Freilichtmuseum und öffentliches Konservierungslager verwandelt hat. Weshalb der Vorstoss von Wikipedia so absurd, wie er auf den ersten Blick anmutet, überhaupt nicht ist. Im Grunde muss man diesen Leuten dankbar für ihr Ansinnen sein, denn es wirft die Frage auf, wohin dieser sportive Welterbe-Ehrgeiz auf Dauer zielt.
Dass in den damit beglückten Städten und Ländern der Tourismus angekurbelt wird und man sich dort mit der Aura weltgeschichtlicher Grösse schmücken darf, macht die Sache nicht allein aus lukrativen Gründen äusserst attraktiv. Die Unesco-Liste umfasst längst nicht mehr bloss Baudenkmäler, sondern ganze Landschaften und ethnische Traditionen. Inzwischen gehören nicht nur fünf deutsche Buchenwälder, einige Amsterdamer Grachten, die Wildnis auf Tasmanien, die Weihrauchbäume in Oman, die Dolomiten, wallonische Glockentürme und das Entlebuch, sondern auch albanische Volkslieder, gambische Initiationsrituale, das persische Neujahrsfest und Aberdutzende anderer Sitten und Kulte dazu. Dass diese Dinge erhaltenswert sind, steht ausser Zweifel. Nur müssen, wenn es in diesem Tempo weitergeht, in zwanzig Jahren Myriaden von Gebäuden und Gebräuchen zum Welterbe gehören."