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Viren

Dienstag, 20. März 2012

Computerviren bedrohen Gesundheit

Klingt absurd, nicht wahr? Ist aber tatsächlich so. Wie, hat Fortinet im Rahmen der vergangenen "Black Hat Europe"-Konferenz in einer Prognose zur Zukunft der Computerviren veröffentlicht. Es gibt deutliche Ähnlichkeiten zwischen digitalen Schädlingen und biologischen Bedrohungen. Insbesondere Entwicklungen im Bereich der Kybernetik bringen neben medizinischen Fortschritten auch neue Risiken mit sich, die Malware die Grenze zwischen Computer und Körper überschreiten lassen könnten.
"Wir befinden uns bereits an der Schwelle zwischen dem Lebenden und dem Digitalen", so die Grundsatzthese von Guillaume Lovet, Senior Manager von Fortinets Threat Research and Response Center. Schon heute sehen die Wissenschaftler ähnliche Muster im Verhalten von Computerviren und ihren natürlichen Pendants in mehrerlei Hinsicht.
So vergleicht man etwa den W32/Sality-Trojaner mit dem menschlichen Immunschwächevirus (HIV). Dieses hintergeht und schwächt das Abwehrsystem des Körpers und macht ihn auf Dauer empfindlicher für andere Erkrankungen, die für Nicht-Infizierte in der Regel harmlos verlaufen. Sality macht, so die Wissenschaftler, mit einem Computersystem im Prinzip das gleiche, denn er deaktiviert laufende Antivirensoftware und untergräbt die Firewall, was die Schleusen für den Nachzug anderer Schadsoftware öffnet. Auch eine DDoS-Attacke ist vergleichbar mit HIV, da letzten Endes beides auf die "Überlastung eines Systems" abzielt, erklärt Sicherheitsforscher Ruchna Nigam.
Bei Fortinet sieht man die Grenzen zwischen Biologie und Technik verschwimmen. Verschiedene Prothesen und andere Geräte wie Hirnstimulatoren und Herzschrittmacher sind früher oder später auf Austausch mit einem externen Gerät angewiesen, was zumindest theoretisch eine Schnittstelle für Computerviren öffnet. Beginnend mit dem Poliovirus im Jahre 2002 können mittlerweile Viren, Bakterien und andere Organismen synthetisiert und verändert werden. "Die Software, die für die Sequenzierung eingesetzt und die zur Speicherung verwendeten Datenbanken sind wahrscheinlich auch nicht frei von Sicherheitslücken", so die Schlussfolgerung.

Dienstag, 17. August 2010

Tapsnake enthält Trojaner

Das für Android erhältliche Handy-Spiel Tapsnake hat sich als Trojaner entpuppt. Davor warnt Symantec in einem aktuellen Blogeintrag. Als harmlose Smartphone-Version des bekannten Spiels getarnt, sammelt die Applikation alle 15 Minuten die GPS-Daten des Users und sendet diese an einen Server weiter. Über die Applikation GPS Spy, die vom selben Hersteller stammt, lassen sich die Bewegungen des Handyusers von Dritten schließlich auf Google Maps mitverfolgen.

Dienstag, 31. März 2009

Conficker direkt angreifbar?

Felix Leder und Tillmann Werner von der Universität Bonn stellen heute die Ergebnisse ihrer Analyse des Conficker-Wurms vor. Sie beschreiben nicht nur in einem Paper aus der Reihe "Know your Enemy" die Funktionsweise des Wurms, sondern sie präsentieren auch eine Reihe von Tools, mit denen man vor dem Wurm immunisieren oder ihn aufspüren und auch sauber entfernen kann. Und schließlich haben sie auch ein Problem entdeckt, über das man anscheinend Conficker sogar direkt angreifen könnte.
[ weiter ]

Montag, 14. Juli 2008

Neue Strategie gegen Viren für wurmfreie Netzwerke

2001 verursachte der Internetwurm "Code Red" durch den Ausfall von Computernetzwerken einen Schaden von etwa 2,6 Milliarden Dollar. Auch heute bleibt trotz täglich aktualisierter Schutzsoftware das Risiko durch Würmer groß, da sie sich binnen weniger Stunden über zahlreiche Netzwerke verbreiten können. Forscher der Ohio State University entwickelten nun eine Strategie, mit der Internetwürmer innerhalb von Minuten automatisch entdeckt werden sollen.
Grundlage für das Virenwarnsystem vom Team um Ness Shroff ist das typische Verhalten dieser Internetviren: Infizierte Rechner scannen in kurzer Zeit zahlreiche weitere IP-Adressen, um potenzielle Sicherheitslücken zu entdecken, über die sich die Würmer weiter ausbreiten können. Surft ein Mensch durchs Web, ruft er zwar auch IP-Adressen auf, jedoch sehr viel weniger. Das Warnprogramm in einem Netzwerk zählt nun die IP-Zugriffe jedes einzelnen Rechners und gibt Alarm, sobald eine verdächtige Schwelle ? beispielsweise 10.000 IP-Anfragen pro Stunde ? überschritten wurde. Dieser Rechner wird darauf vom Administrator vom Web getrennt und auf Wurmbefall untersucht. In einer Simulation zeigte Shroff, dass "Code Red" mit diesem Warnsystem nicht wie 2001 über 350.000, sondern nur noch 150 Rechner hätte infizieren können.
So effektiv diese Strategie gegen Würmer helfen könnte, nützt sie nur, wenn sie in möglichst vielen Rechnernetzwerken auch angewendet wird. Dazu müsste sie zumindest in den gängigsten Schutzprogrammen integriert werden. Selbst dann bietet das Warnsystem zwar keine vollkommene Sicherheit, ermöglicht jedoch einen kurzen Vorsprung im stetigen Wettlauf zwischen Virenprogrammierern und Netzwerkadministratoren.

Ohio State University Dep. of Computer Science and Engineering

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